Wrestling with himself

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Ein Buch, das mit einer Mischung aus melancholischem Realismus und der glitzernden, oft absurden Welt des Profi-Wrestlings beginnt, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Joey Goebels Sunset Flip führt uns in das Jahr 1989 und stellt uns Auggie vor, einen Mann, der als „The Aug“ im Ring steht, privat jedoch mit tiefen Selbstzweifeln und der Angst vor der Zukunft kämpft.
Besonders gut gefällt mir der Kontrast zwischen der öffentlichen Kunstfigur und dem privaten Menschen. Die Szene im „Toys 'R' Us“, in der Auggie zum ersten Mal seine eigene Actionfigur im Regal sieht, ist gleichzeitig herzerwärmend und traurig. Man spürt förmlich seine Zerrissenheit: Einerseits der Stolz auf den Erfolg, andererseits die traumatische Kindheit, in der eine Weintraube sein einziges „Spielzeug“ war. Diese psychologische Tiefe verleiht der Geschichte eine emotionale Erdung, die man in einem Roman über Wrestling vielleicht nicht sofort erwartet.
Nach Abschluss der Leseprobe habe ich definitiv großes Interesse daran, wie es weitergeht. Die Ungewissheit, ob Auggie den geplanten Sieg beim „WrestleBowl“ tatsächlich erringt oder ob ihn die Machenschaften seines Promoters Stan MacGowan zu Fall bringen, erzeugt eine starke Spannung. Vor allem möchte ich wissen, ob Auggie es schafft, seine Integrität zu bewahren oder ob er in der harten Welt des Showbusiness untergeht. Ein vielversprechender Auftakt, der Lust auf mehr macht.