Auggie der Antityp
Bei Aufenthalten in den USA habe ich mich immer über die Wrestlingbegeisterung gewundert. Ja, es wird in vielen Highschools sogar als Sportkurs angeboten.
Da ich mich näher mit dieser Thematik befassen wollte, habe ich in “Sunset Flip“ ein vielschichtiges Werk zu diesem Thema gefunden.
Schon der Titel weist auf einen speziellen Wurf hin, und der sehr erfolgreiche US-Amerikanische Autor, Joel Goebel, hat das Werk natürlich für ein amerikanisches Publikum geschrieben.
Eingebettet in eine herzzerreißende Story wurde ich über die dramaturgisch ausgefeilte Sportart informiert, bei der die Gewinner schon vor dem Match festliegen. Alles basiert auf einen Gut/Böse Schema, und die erfolgreichen Wrestler müssen sich komplett den Vorgaben der Veranstalter unterwerfen. Es geht nur um Kommerz, also um klingende Kassen. Die Zuschauer müssen begeistert sein! Das ist das Wichtigste! Dazu muss ein Wrestler ausgefeilte Kampftechniken beherrschen, aber auch schauspielerisches und rhetorisches Talent besitzen. Bei den Schaukämpfen werden sehr gefährliche Sprünge und lebensgefährliche Würfe und Griffe ausgeführt. Alles soll gefährlich und echt aussehen. Dabei kommt es oft zu sehr gefährlichen Verletzungen der Akteure.
Der Protagonist des Werkes, Auggie Schnuck, hat unter diesen Bedingungen sehr zu leiden. Jedoch sieht er keine andere Möglichkeit, seine Version des “American Dream“ zu verwirklichen, also hier viel Geld zu verdienen. Tatsächlich ist es ihm gelungen, aufgewachsen in einem Wohnwagen, in äußerst ärmlichen Verhältnissen, als Wrestler ganz an die Spitze zu gelangen, nachdem seine geplante Schauspielkarriere gefloppt ist.
Auggie will mit seiner Frau Nadine eigentlich ein ruhiges,“normales“ leben führen, muss aber durch die USA ziehen zu ständigen Schaukämpfen. Dabei ist er fast das ganze Jahr über von seiner großen Liebe getrennt, zumal dieses Dasein an seiner physischen und psychischen Gesund heit zerrt. Als er zu der Kultfigur “The Aug“ wird, kann er kaum noch zwischen seiner Kunstperson und der Realität unterscheiden. Sein Verfall scheint vorprogrammiert! Eine schizoide Persönlichkeitsstörung nimmt ihren Verlauf, die zu einem inneren Verfall führt.
Auggie ist aber auch nicht der riesige, muskelbepackte Idealtyp des Wrestlers, und er isoliert sich immer von den anderen Wrestlern, die gern angeben, saufen und auch Drogen nehmen. Dieser Antityp wird von Goebel in meisterlicher Erzähltechnik, in Vor- und Nachblenden, beschrieben, sprachlich ausgefeilt, leicht verständlich, und in angepassten Dialogen. Dazu passt auch das Cover. Wie im Diogenes Verlag meist äußerst minimalistisch, präsentiert es uns einen schmächtigen, nachdenklichen jungen Mann, also den Auggie-Typ, der perfekt zu der Geschichte passt.
Das Ende des Werkes lässt einen mit “offenen Mund“ zurück, aber hier soll nicht gespoilert werden.
Mich hat das Werk sehr angesprochen, allerdings fand ich die Details bei den Kampfszenen und die damit verbundenen vielen Akteure oft zu detailliert und ermüdend. Daher ein Punkt Abzug.
Das Werk ist aufgrund seiner psychologischen Dichte sicherlich für ein breites Publikum interessant, jedoch möchte ich in Deutschland nicht den Erfolg wie in einer Wrestlernation wie den USA voraussagen.
Da ich mich näher mit dieser Thematik befassen wollte, habe ich in “Sunset Flip“ ein vielschichtiges Werk zu diesem Thema gefunden.
Schon der Titel weist auf einen speziellen Wurf hin, und der sehr erfolgreiche US-Amerikanische Autor, Joel Goebel, hat das Werk natürlich für ein amerikanisches Publikum geschrieben.
Eingebettet in eine herzzerreißende Story wurde ich über die dramaturgisch ausgefeilte Sportart informiert, bei der die Gewinner schon vor dem Match festliegen. Alles basiert auf einen Gut/Böse Schema, und die erfolgreichen Wrestler müssen sich komplett den Vorgaben der Veranstalter unterwerfen. Es geht nur um Kommerz, also um klingende Kassen. Die Zuschauer müssen begeistert sein! Das ist das Wichtigste! Dazu muss ein Wrestler ausgefeilte Kampftechniken beherrschen, aber auch schauspielerisches und rhetorisches Talent besitzen. Bei den Schaukämpfen werden sehr gefährliche Sprünge und lebensgefährliche Würfe und Griffe ausgeführt. Alles soll gefährlich und echt aussehen. Dabei kommt es oft zu sehr gefährlichen Verletzungen der Akteure.
Der Protagonist des Werkes, Auggie Schnuck, hat unter diesen Bedingungen sehr zu leiden. Jedoch sieht er keine andere Möglichkeit, seine Version des “American Dream“ zu verwirklichen, also hier viel Geld zu verdienen. Tatsächlich ist es ihm gelungen, aufgewachsen in einem Wohnwagen, in äußerst ärmlichen Verhältnissen, als Wrestler ganz an die Spitze zu gelangen, nachdem seine geplante Schauspielkarriere gefloppt ist.
Auggie will mit seiner Frau Nadine eigentlich ein ruhiges,“normales“ leben führen, muss aber durch die USA ziehen zu ständigen Schaukämpfen. Dabei ist er fast das ganze Jahr über von seiner großen Liebe getrennt, zumal dieses Dasein an seiner physischen und psychischen Gesund heit zerrt. Als er zu der Kultfigur “The Aug“ wird, kann er kaum noch zwischen seiner Kunstperson und der Realität unterscheiden. Sein Verfall scheint vorprogrammiert! Eine schizoide Persönlichkeitsstörung nimmt ihren Verlauf, die zu einem inneren Verfall führt.
Auggie ist aber auch nicht der riesige, muskelbepackte Idealtyp des Wrestlers, und er isoliert sich immer von den anderen Wrestlern, die gern angeben, saufen und auch Drogen nehmen. Dieser Antityp wird von Goebel in meisterlicher Erzähltechnik, in Vor- und Nachblenden, beschrieben, sprachlich ausgefeilt, leicht verständlich, und in angepassten Dialogen. Dazu passt auch das Cover. Wie im Diogenes Verlag meist äußerst minimalistisch, präsentiert es uns einen schmächtigen, nachdenklichen jungen Mann, also den Auggie-Typ, der perfekt zu der Geschichte passt.
Das Ende des Werkes lässt einen mit “offenen Mund“ zurück, aber hier soll nicht gespoilert werden.
Mich hat das Werk sehr angesprochen, allerdings fand ich die Details bei den Kampfszenen und die damit verbundenen vielen Akteure oft zu detailliert und ermüdend. Daher ein Punkt Abzug.
Das Werk ist aufgrund seiner psychologischen Dichte sicherlich für ein breites Publikum interessant, jedoch möchte ich in Deutschland nicht den Erfolg wie in einer Wrestlernation wie den USA voraussagen.