Einblicke

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pajo47 Avatar

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Mit dem Roman Sunset Flip gewährt Joey Goebel spannende Einblicke in die Welt des Wrestlings und zeigt zugleich die Schattenseiten dieses Showgeschäfts.

Im Mittelpunkt steht Auggie Schmuck, der aus einfachen Verhältnissen stammt und eigentlich Schauspieler werden möchte. Da ihm der Durchbruch beim Film nicht gelingt, entscheidet er sich gemeinsam mit seiner Frau Nadine für einen ungewöhnlichen Weg. Auggie beginnt eine Ausbildung zum Wrestler, in der Hoffnung, über größere Bekanntheit später doch noch Rollenangebote zu erhalten. Seine Wrestling-Figur „The Aug“ bringt ihn schließlich bis an die Spitze des Geschäfts.

Besonders interessant fand ich die Darstellung der Wrestling-Welt. Zwar war mir bekannt, dass die Kämpfe abgesprochen sind, neu war für mich jedoch, wie detailliert und choreografiert diese Abläufe geplant werden. Ebenso eindrucksvoll schildert der Roman, wie sehr Wrestler ihre künstlich erschaffene Bühnenfigur verkörpern müssen. Durch den massiven Steroidkonsum verliert Auggie zunehmend die Grenze zwischen seiner eigenen Persönlichkeit und „The Aug“. Er wird aggressiv, unberechenbar und entfernt sich immer weiter von den Regeln und Absprachen der Branche.

Erzählerisch startet der Roman direkt mitten im Geschehen. Erst durch spätere Rückblicke wird nach und nach klar, wie sich die Figuren entwickelt haben und welche Ereignisse zu ihrer aktuellen Situation geführt haben. Diese Struktur sorgt zunächst für Spannung und macht neugierig auf die Hintergründe.

Teilweise nehmen die ausführlichen Schilderungen der Kämpfe jedoch sehr viel Raum ein. Dadurch geraten die Entwicklung der Figuren und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen etwas in den Hintergrund. Trotzdem bleibt der Roman lesenswert, vor allem wegen seines ungewöhnlichen Themas und der interessanten Einblicke hinter die Kulissen des Wrestlings.