Ergreifende Inszenierung

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libricino Avatar

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Nein, es ist nicht erforderlich, Wrestling-Fan zu sein. Ja, die Kämpfe werden teilweise sehr detailliert beschrieben. Dadurch wird eine momentane Intensität beschrieben. Nicht zu kurz kommen die notwendige ehrgeizige Vorbereitung durch hartes körperliches Training, abgestimmte Choreografien und einstudierte Rollen - auch abseits des Rings - und die mitreißenden Reaktionen des Publikums. Das Leben dreht sich um eine überzeugende Performance, denn daran hängt die gesamte Existenz, Beziehungen und das Selbstbild.
Die Faszination für den Sport wird nachvollziehbar, das Maschinerie dahinter ist erfolgreich. Sie bringt Freude für den Einzelnen und Leid für Andere. Darauf basiert dieses Modell, das Opfer einkalkuliert, die als Teil des Systems die Regeln verinnerlicht und akzeptiert haben. Einerseits vermarkten sich kraftvolle, strahlende und gefeierte Wrestler selbst. Andererseits haben sie ihre eigene Familiengeschichte, Ehen oder körperliche und seelische Belastungen.
Während die Kampfszenen für mich zu detailliert sind, wird dadurch doch zunehmend klarer, wie dieses System mit den Sportlern und dem Publikum umspringt. Es geht auf ergreifende Art um Verblendung, Ausnutzung, Schein und Einsamkeit.
Die Kapitel sind chronologisch auf- und absteigend verflochten. So sind die Charaktere lange unbelastet oder nur leicht auffallend. Es kippt erst, wenn die Wrestling-Szene auch dem Nicht-Fan erklärt wurde.