Fremde Welt

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westeraccum Avatar

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Dass ich einmal ein Buch lesen würde, das sich um das Thema Wrestling dreht - wer hätte das gedacht? Ein Thema, das mir nicht fremder sein könnte und bei dem ich erst einmal googeln und die Fachausdrücke erforschen musste. Sunset Flip? Pinnen? Heek??? Keine Ahnung!
Ich hätte das Buch niemals in die Hand genommen, wenn ich nicht Joey Goebel so schätzen würde und es hat mich trotz der wirklich guten Schreibweise nicht ganz abgeholt.
Die Geschichte von Auggie Schnuck ist ungewöhnlich. Er ist in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen, aber hat es mit Ausdauer und Ehrgeiz aufs College geschafft. Seine Freundin Nadine überredet ihn zum Wrestling, nachdem er als Schauspieler gescheitert ist und damit kommt langsam der Erfolg. Als "The Aug" schafft er es bis in die höchste Liga, aber der Erfolg hat einen hohen Preis. Irgendwann kann er durch den Einfluss der Steroide nicht mehr zwischen Auggie und The Aug unterscheiden, wird aggressiv und hält sich nicht an Absprachen.
Goebel erzählt die Geschichte nicht linear, sondern springt sehr kunstvoll zwischen den Zeiten. Was bei anderen Autoren im Durcheinander enden würde, ist bei Goebel volle Absicht und trotz allem strukturiert. Das hat mir gut gefallen.
Auggies Selbstzweifel, sein Fremdeln mit der Welt der Reichen und Schönen, die Erfüllung seiner Träume und ihr Zerbrechen, das ist eindringlich und sensibel beschrieben.
Trotzdem blieb die Welt des Wrestling mir fremd und damit ein großer Teil des Romans. Besonders hervorzuheben ist noch das wieder einmal sehr gelungene Cover von Diogenes mit dem sitzenden Sportler, dessen Gesicht im Schatten liegt. Passender geht es kaum.