Hoch hinaus – tiefer Sturz

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Auggie Schnuck hat einen großen Traum – er möchte Schauspieler werden! Doch da er in der Filmwelt nicht wirklich Fuß fassen kann, versuchen er und seine Frau Nadine es mit einer Karriere beim Wrestling. Ihre große Hoffnung ruht zunächst darauf, dass Auggie dort für seine darstellerische Leistung von einem Filmproduzenten entdeckt wird und später dann, dass der große Wrestling Manager Stan MacGowan einen Film mit Auggie produzieren wird, der ihn vom Wrestling-Image befreit und zum Schauspielstar macht.

Durch die Verbissenheit, mit der Auggie für seinen Traum kämpft und seine Rolle The Aug immer weiter perfektioniert, verliert er Freunde in der Wrestling Community, die Ehe mit seiner Frau leidet und er selbst findet sich voller Verzweiflung in einem Leben wieder, dass ihm einerseits nie genug und andererseits vollkommen unverdient erscheint.

Erzählt wird dieser vor Hitze und Anspannung flirrende Roman auf mehreren Zeitebenen. Er nimmt seinen Ausgangspunkt mit einer Episode im Jahr 1989, als die erste Actionfigur von The Aug im Handel erscheint. Danach springen wir in Rückblenden immer weiter zurück in Auggies Vergangenheit, über seine frühen Anfänge im Wrestling, die Zeit, in der er seine Frau kennenlernte. Bis hin zu seinem Schauspielstudium und seiner Schulzeit. So werden nach und nach die Hintergründe zu Auggies Familie und Freunden aufgdeckt und wir verstehen, warum dieser Mann in der Jetztzeit – die im anderen Handlungsstrang immer weiter fortschreitet – das ein oder andere tut oder auf das ein oder andere so reagiert, wie er reagiert. Diesen Kniff des Autors empfand ich als besonders gelungen, denn er gibt einer an sich schon dramatischen Geschichte noch ein gewisses Etwas. Chronologisch erzählt haben wir Aufstieg und Fall eines Sportlers/ eines Protagonisten ja schon oft gelesen.

In diesem Fall macht aber auch das Wrestling-Metier für mich den Reiz des Buches aus. Wer nur ein paar Auftritte der Großen der Szene gesehen hat, erkennt hier sofort einige Motive wieder. Und wird mit der Frage konfrontiert: was ist eigentlich echt und was ist vorbestimmt an einem Kampf. Wo treffen sich im Wrestling schauspielerische Leistung und Sport? Und wie hart ist dieser Sport, dieses Entertainment wirklich? Gepaart mit einer Person voller Selbstzweifel und inneren Konflikten, wird der Roman daher zu einem sehr bewegenden Werk. Ich hatte großes Vergnügen beim Lesen.