Leider nicht meins....

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lesemuggel Avatar

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Der Roman „Sunset Flip“ von Joey Goebel ist erschienen im Diogenes Verlag
Er umfasst 372 Seiten und ist in mehrere klar strukturierte Kapitel unterteilt die teilweise mit Zeitsprüngen arbeiten und verschiedene Perspektiven, u. a. die der Hauptprotagonisten Auggie und Nadine, einbeziehen.
Diese episodische Kapitelstruktur trägt stark zur Dynamik des Romans bei, kann aber gelegentlich auch eine gewisse Unruhe erzeugen, da die Zeitebenen nicht linear erzählt werden.
Sprachlich bleibt Goebel seinem Stil treu: Der Text ist direkt, bildhaft und rhythmisch, mit einer Mischung aus lakonischem Humor und emotionaler Intensität. Besonders auffällig ist die Nähe zur gesprochenen Sprache, vor allem in den Dialogen, die authentisch wirken und die Figuren sehr lebendig machen. Gleichzeitig wechseln sich diese dialogstarken Passagen mit eher nüchternen, beschreibenden Abschnitten ab, was stellenweise zu einem Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz führt. Insgesamt entsteht jedoch ein gut lesbarer, moderner Erzählton, der die Wrestling-Welt glaubwürdig einfängt.
Inhaltlich kreist der Roman um den Wrestler Auggie Schnuck, der zwischen beruflichem Erfolg, privatem Glück und einer zunehmenden Identitätskrise steht. Die Grenze zwischen Rolle und Realität verschwimmt zunehmend, was dem Roman eine psychologische Tiefe verleiht. Dabei wird das Wrestling-Milieu nicht nur als spektakuläre Kulisse genutzt, sondern auch als Metapher für Selbstinszenierung und gesellschaftlichen Druck.

Insgesamt ist „Sunset Flip“ ein dicht erzählter, thematisch vielschichtiger Roman, der mit Identität, Erfolg und Selbstverlust spielt. Besonders überzeugend sind die Atmosphäre des Wrestling-Milieus und die Figurenzeichnung. Schwächer wirken teilweise die Zeitsprünge, die nicht immer emotionale Kontinuität zulassen. Dennoch bleibt ein insgesamt eindringlicher und moderner Roman über Schein und Sein, Träume und Selbstzerfall.

Mich persönlich konnte der Roman leider nicht so ganz überzeugen da mir zum einen die dauernden Zeit und Perspektiven Wechsel den Lesefluss sehr erschwerten. Zum anderen war für mich persönlich das Wrestling Milieu als Kulisse einfach überhaupt nicht meins und mir einfach zu viel ....