Emotionaler Thriller
Die Prämisse fesselt sofort: Birdies Schwester wurde vor 18 Jahren getötet. Als der mutmaßliche Mörder freikommt, wartet Birdie – inzwischen selbst Mutter – mit geladener Waffe vor den Gefängnistoren. Was folgt, ist jedoch kein klassischer Rachethriller, sondern eine tiefgehende, schmerzhafte Reise in die Vergangenheit und Gegenwart. Das Buch zeichnet ein eindringliches Bild einer von bitterer Armut, Gewalt und Missbrauch geprägten Kindheit im ländlichen Devon und die schmerhaften Jahre danach.
Neben phasenweise poetisch schönen Passagen stolpert der Erzählfluss leider gelegentlich über einen sehr stockenden, abgehackten Schreibstil, der dem Buch einige Längen verleiht. Was mich jedoch am meisten beschäftigt hat, ist die teils sehr klischeehafte Darstellung patriarchaler Strukturen: Die Männer sind unreflektierte Gewalttäter, die Frauen und Kinder die klassischen Opfer, von denen – wie auch von der Leserschaft – Verständnis für diese Spirale der Gewalt eingefordert wird. Ein emotional schwerer, atmosphärischer Roman, der trotz erzählerischer Schwächen und stereotyper Rollenbilder zum Nachdenken anregt.
Neben phasenweise poetisch schönen Passagen stolpert der Erzählfluss leider gelegentlich über einen sehr stockenden, abgehackten Schreibstil, der dem Buch einige Längen verleiht. Was mich jedoch am meisten beschäftigt hat, ist die teils sehr klischeehafte Darstellung patriarchaler Strukturen: Die Männer sind unreflektierte Gewalttäter, die Frauen und Kinder die klassischen Opfer, von denen – wie auch von der Leserschaft – Verständnis für diese Spirale der Gewalt eingefordert wird. Ein emotional schwerer, atmosphärischer Roman, der trotz erzählerischer Schwächen und stereotyper Rollenbilder zum Nachdenken anregt.