Gibt es Gerechtigkeit?
Emma Stonex gehört seit „Der Leuchtturmwärter“ zu den Autoren, die auf meiner „Beobachtungsliste“ stehen, also war „Sunshine Man“ auf dem Radar und klang spannend, vor allem als Hörbuch.
Als Birdie Keller von einer dafür engagierten Detektivin erfährt, dass der Mann, der ihre jüngere Schwester ermordet hat, aus der Haft entlassen wird, macht sie sich auf: Sie verfolgt ihn durch das halbe Land, mit Waffe im Gepäck und wild entschlossen, Rache zu nehmen. Als sie wieder in Devon landen, gerät ihr Plan ins Wanken.
Viel mehr sollte man zur Handlung wohl nicht sagen – die ist ohnehin überschaubar, aber darum geht es hier auch nicht, vielmehr ist „Sunshine Man“ ein Buch, das über Gerechtigkeit nachdenken lässt. Geht man diese Aussage systematischer an, stellt man fest, dass die Geschichte kein Thriller ist, obgleich spannend, bloße Gesellschaftskritik ist es aber auch nicht, es changiert also zwischen Genres. Warum nun also bei der obigen Handlungsskizze „Gesellschaftskritik“? Weil es das in weiten Teilen eben ist: Es geht um Einsamkeit, Pläne, Gerechtigkeit (Verfängt die Idee, dass man durch Rache Ruhe findet?), arme Familien und die dadurch fast schon vorgezeichneten Lebenswege, Ausweg- und Hoffnungslosigkeit, aber auch Schwesternliebe und natürlich der Frage, was Menschen zum Mörder werden lässt. Geschickt verzahnt Stonex James‘ und Birdies Lebensgeschichten, aus deren jeweiliger Perspektive erzählt wird. Dadurch spürt man die Verzweiflung – und die Parallelen zwischen den beiden sehr „nah“, sodass man beider Perspektive nachvollziehen kann. Das merkt man insbesondere am Erzählstil bei James‘ Passagen. Angesiedelt ist die Geschichte mit Rahmenhandlung in der „Gegenwart“ und in den späten 1980er Jahren – ein sehr glaubwürdiges Setting für die Geschichte. Ein wenig erinnerte mich die Geschichte an jene von Ferdinand von Schirach, in denen er das Thema Gerechtigkeit an ethisch-moralischen Dilemmata „beackert“. Weil die noch mehr Nachdenken auslösen und gerade James‘ Passagen doch Längen aufwiesen (vielleicht auch nur wegen der dort sehr einfachen Sprache), bekommt die Geschichte 3,5 Sterne, die für das von Tessa Mittelstaedt und Timo Weisschnur mit Bravour gelesene Hörbuch aufgerundet werden.
Als Birdie Keller von einer dafür engagierten Detektivin erfährt, dass der Mann, der ihre jüngere Schwester ermordet hat, aus der Haft entlassen wird, macht sie sich auf: Sie verfolgt ihn durch das halbe Land, mit Waffe im Gepäck und wild entschlossen, Rache zu nehmen. Als sie wieder in Devon landen, gerät ihr Plan ins Wanken.
Viel mehr sollte man zur Handlung wohl nicht sagen – die ist ohnehin überschaubar, aber darum geht es hier auch nicht, vielmehr ist „Sunshine Man“ ein Buch, das über Gerechtigkeit nachdenken lässt. Geht man diese Aussage systematischer an, stellt man fest, dass die Geschichte kein Thriller ist, obgleich spannend, bloße Gesellschaftskritik ist es aber auch nicht, es changiert also zwischen Genres. Warum nun also bei der obigen Handlungsskizze „Gesellschaftskritik“? Weil es das in weiten Teilen eben ist: Es geht um Einsamkeit, Pläne, Gerechtigkeit (Verfängt die Idee, dass man durch Rache Ruhe findet?), arme Familien und die dadurch fast schon vorgezeichneten Lebenswege, Ausweg- und Hoffnungslosigkeit, aber auch Schwesternliebe und natürlich der Frage, was Menschen zum Mörder werden lässt. Geschickt verzahnt Stonex James‘ und Birdies Lebensgeschichten, aus deren jeweiliger Perspektive erzählt wird. Dadurch spürt man die Verzweiflung – und die Parallelen zwischen den beiden sehr „nah“, sodass man beider Perspektive nachvollziehen kann. Das merkt man insbesondere am Erzählstil bei James‘ Passagen. Angesiedelt ist die Geschichte mit Rahmenhandlung in der „Gegenwart“ und in den späten 1980er Jahren – ein sehr glaubwürdiges Setting für die Geschichte. Ein wenig erinnerte mich die Geschichte an jene von Ferdinand von Schirach, in denen er das Thema Gerechtigkeit an ethisch-moralischen Dilemmata „beackert“. Weil die noch mehr Nachdenken auslösen und gerade James‘ Passagen doch Längen aufwiesen (vielleicht auch nur wegen der dort sehr einfachen Sprache), bekommt die Geschichte 3,5 Sterne, die für das von Tessa Mittelstaedt und Timo Weisschnur mit Bravour gelesene Hörbuch aufgerundet werden.