Ich würde alles neu anfangen
„Die Welt hat sich ohne dich weitergedreht, und entweder springst du auf einen fahrenden Zug auf, oder du bleibst, wo du bist, und wirst plattgewalzt. Da draußen ist keine Freiheit.“
Inhalt
Jim Maguire hat 18 Jahre für den Mord an einem jungen Mädchen in verschiedenen Gefängnissen eingesessen, gestanden hat er nie, doch die Beweislast war erschlagend. Nun soll er draußen eine neue Chance bekommen, ein zweites Leben geschenkt bekommen. Auf den Tag seiner Entlassung hat Birdie ebenso lange gewartet, denn nun wird sie selbst den Mord an ihrer Halbschwester Providence rächen, indem sie sich an die Fersen des entlassenen Straftäters haftet. Doch die beiden verbindet weit mehr als ihre Beziehung zu Providence, denn Jim und Birdie sind beide entwurzelte Seelen, die als Kinder misshandelt oder vernachlässigt wurden und sich für verschiedene Wege entschieden haben- ein Mörder und sein Opfer, doch die Rollen könnten problemlos auch getauscht werden.
Meinung
Nachdem mich der Debütroman der Autorin „Die Leuchtturmwärter“ restlos begeistert hat, wollte ich den neuen psychologischen Roman von ihr natürlich ebenfalls kennenlernen. Das Rachemotiv schien mir hier die treibende Kraft zu sein und erwartet habe ich eine intensive Auseinandersetzung mit Lebenswegen und Verfehlungen, überschattet von Ängsten, Schuldzuweisungen und irreparablen Entscheidungen, die das Leben mehrerer Menschen aus dem Takt gebracht haben. Stellenweise konnte dieser Roman meine Erwartungen erfüllen, doch zwischendrin hat mich der Text etwas verloren, denn trotz der verschiedenen Perspektiven, konnte ich die Emotionen hier nur bedingt erfassen.
Ich hätte mir den Fokus auf den zwischenmenschlichen Beziehungsmustern gewünscht, doch Emma Stonex orientiert sich an der Aufarbeitung verschiedener Lebenswege und lässt die beiden Hauptprotagonisten zu Einzelkämpfern werden, die an ähnlichen Fronten gegen ihre eigenen Geister kämpfen. Zugegebenermaßen konnte mich die männliche Perspektive eher abholen als die weibliche, denn das dunkle und böse des Mörders, seine Beweggründe erscheinen in Anbetracht seiner Hoffnungen und Sehnsüchte förmlich in Grau-Schattierungen. Tatsächlich hat mir die innere Betrachtung eines Straftäters, die plastisch zeigt, wie schwer ein „normales“ Leben nach Jahrzehnten hinter Gittern sein kann, den meisten Mehrwert gebracht.
Fazit
Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen eindringlichen Roman über fehlgeleitete Liebe, gewalttätige Elternhäuser, frühkindliche Prägung und bewusste Entscheidungen, die bereits im Keim eine ganze Problempalette enthalten. Die Schuldzuweisungen bleiben hier eher blass, jeder sucht nach Fehlern, findet aber nur eine gewisse Ohnmacht angesichts des Schicksals. Der Rachegedanke spielt hier eine unbedeutende Rolle, zu mannigfaltig sind die Wege und Jahre zwischen Täter, Opfer und Hinterbliebenen. Sehr oft hat mich beim Lesen der Gedanke befallen, dass eine komplexe Kette von Abläufen, weder die Vergangenheit noch die Gegenwart ändern kann, wenn die Würfel einmal gefallen sind. Aus gutem Willen wird bitterböser Ernst und mörderische Rache verschwimmt zwischen eigenen Unzulänglichkeiten. Das Buch war anders als erwartet, hat mir insgesamt aber gut gefallen, trotz der eher distanzierten Erzählweise.
Inhalt
Jim Maguire hat 18 Jahre für den Mord an einem jungen Mädchen in verschiedenen Gefängnissen eingesessen, gestanden hat er nie, doch die Beweislast war erschlagend. Nun soll er draußen eine neue Chance bekommen, ein zweites Leben geschenkt bekommen. Auf den Tag seiner Entlassung hat Birdie ebenso lange gewartet, denn nun wird sie selbst den Mord an ihrer Halbschwester Providence rächen, indem sie sich an die Fersen des entlassenen Straftäters haftet. Doch die beiden verbindet weit mehr als ihre Beziehung zu Providence, denn Jim und Birdie sind beide entwurzelte Seelen, die als Kinder misshandelt oder vernachlässigt wurden und sich für verschiedene Wege entschieden haben- ein Mörder und sein Opfer, doch die Rollen könnten problemlos auch getauscht werden.
Meinung
Nachdem mich der Debütroman der Autorin „Die Leuchtturmwärter“ restlos begeistert hat, wollte ich den neuen psychologischen Roman von ihr natürlich ebenfalls kennenlernen. Das Rachemotiv schien mir hier die treibende Kraft zu sein und erwartet habe ich eine intensive Auseinandersetzung mit Lebenswegen und Verfehlungen, überschattet von Ängsten, Schuldzuweisungen und irreparablen Entscheidungen, die das Leben mehrerer Menschen aus dem Takt gebracht haben. Stellenweise konnte dieser Roman meine Erwartungen erfüllen, doch zwischendrin hat mich der Text etwas verloren, denn trotz der verschiedenen Perspektiven, konnte ich die Emotionen hier nur bedingt erfassen.
Ich hätte mir den Fokus auf den zwischenmenschlichen Beziehungsmustern gewünscht, doch Emma Stonex orientiert sich an der Aufarbeitung verschiedener Lebenswege und lässt die beiden Hauptprotagonisten zu Einzelkämpfern werden, die an ähnlichen Fronten gegen ihre eigenen Geister kämpfen. Zugegebenermaßen konnte mich die männliche Perspektive eher abholen als die weibliche, denn das dunkle und böse des Mörders, seine Beweggründe erscheinen in Anbetracht seiner Hoffnungen und Sehnsüchte förmlich in Grau-Schattierungen. Tatsächlich hat mir die innere Betrachtung eines Straftäters, die plastisch zeigt, wie schwer ein „normales“ Leben nach Jahrzehnten hinter Gittern sein kann, den meisten Mehrwert gebracht.
Fazit
Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen eindringlichen Roman über fehlgeleitete Liebe, gewalttätige Elternhäuser, frühkindliche Prägung und bewusste Entscheidungen, die bereits im Keim eine ganze Problempalette enthalten. Die Schuldzuweisungen bleiben hier eher blass, jeder sucht nach Fehlern, findet aber nur eine gewisse Ohnmacht angesichts des Schicksals. Der Rachegedanke spielt hier eine unbedeutende Rolle, zu mannigfaltig sind die Wege und Jahre zwischen Täter, Opfer und Hinterbliebenen. Sehr oft hat mich beim Lesen der Gedanke befallen, dass eine komplexe Kette von Abläufen, weder die Vergangenheit noch die Gegenwart ändern kann, wenn die Würfel einmal gefallen sind. Aus gutem Willen wird bitterböser Ernst und mörderische Rache verschwimmt zwischen eigenen Unzulänglichkeiten. Das Buch war anders als erwartet, hat mir insgesamt aber gut gefallen, trotz der eher distanzierten Erzählweise.