Ist Vergeltung wirklich die Erlösung?

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kermit80 Avatar

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Selten fangen Bücher mit einem so prägnanten Satz an: „Die Woche, in der ich einem Mann in den Kopf schoss, fing ganz normal an.“ Baaammmmm, das sitzt. Das sind die ersten Infos im Buch über Birdie Kelle, eine Mutter mit zwei Kindern, eine Ehefrau mit Familie. Und nach diesem Satz, geht es weiter, als wäre es ein ganz gewöhnlicher Wochentag. Das Frühstück wird hergerichtet, die Kinder müssen zur Schule, der Mann zur Arbeit. Doch dann verlässt Birdie genau diese Alltags-Routine und macht sich auf den Weg, den Mörder ihrer Schwester zu erschießen. Klar, ganz so einfach und eindimensional ist es nicht. Aber ich möchte nicht spoilern. Lasst Euch überraschen.

Emma Stonex wird Euch tiefer in die die Gedankenwelt und Erfahrungen von Birdie mitnehmen. Als Leser:in darf man zudem auch in die Perspektive von James Maguire wechseln – den Mörder. Der Roman lebt vom Wechsel der Sichtweisen und dem gekonnten Springen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Anfangs hatte ich noch etwas Mühe damit. Aber scheibchenweise offenbart sich eine facettenreiche Story und man entdeckt, wie vielschichtig das Leben in Wirklichkeit ist – eben nicht nur schwarz und weiß. Und wie sehr doch frühere Erfahrungen und auch einzelne Entscheidungen letztlich den Lebensweg bestimmen, Turnpoints inklusive.

Das Buch hat mich bis zur letzten Seite gepackt. Die Autorin hat es geschafft, die Charaktere sehr vielschichtig zu entwerfen. Und wenn man dann mehrfach denkt „Jetzt weiß ich´s!“, kommt eine neue Information oder Wendung, die doch zum grübeln anregt.

Ein tolles Buch, das jede Seite wert war. Viel Spaß beim Lesen.