Sollte man Rache üben?

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Sollte man Rache üben?

Diese Frage stellt sich der Roman. Denn ein Mann wird nach achtzehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen und die Schwester des Opfers macht sich auf den Weg, um ihn zu finden. Sie will ihre eigene Gerechtigkeit finden. Doch zu welchem Preis?

Der Einstieg ist erstmal eher ruhig. Die Handlung nimmt sich recht viel Zeit, um die Protagonisten und ihre Vergangenheit vorzustellen. Dadurch brauchte ich ein bisschen, bis ich so richtig in der Geschichte drin war. Danach konnte ich mich jedoch gut drauf einlassen und ich wollte wissen, wie es weitergeht.

Wir lesen die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Auch Rückblicke zu “Dokumenten” aus der Vergangenheit werden uns zum Lesen gegeben. Wir begleiten sowohl Birdie als auch James und bekommen nach und nach ein immer besseres Bild von den Ereignissen. Dabei wird uns schnell klar, dass nicht alles so eindeutig ist, wie es zunächst scheint. Gerade das hat die Geschichte für mich im Laufe der Zeit spannender gemacht.

Der Schreibstil ist eher ruhig und lebt nicht von rasanten Wendungen. Es geht um die eigene und die Schuld der Anderen. Um Trauer, Vorurteile und die Frage, ob Rache wirklich dabei hilft, mit der Vergangenheit abzuschließen. Diese Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch und passt perfekt zur Handlung.

Das Ende hat mich dann tatsächlich überrascht. Mit dieser Entwicklung hatte ich nicht gerechnet und genau das hat mir richtig gut gefallen.
ISBN: 978-3758700408

Autorin: Emma Stonex
Verlag: Fischer
ET: 24.06.26
Umfang: 400 Seiten