Unbequem und eindringlich

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nina2401 Avatar

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Emma Stonex erzählt mit „Sunshine Man“ einen ungewöhnlichen und unbequemen Roman, der mich allerdings nicht vollständig überzeugen konnte.

Im Zentrum stehen Birdie, deren Schwester vor Jahren getötet wurde, und Jimmy Maguire, der diese Tat begangen hat. Am Tag seiner Entlassung aus dem Gefängnis ändert sich Birdies Leben, denn sie hat sich geschworen, den Tod ihrer Schwester zu rächen. Was folgt, ist eine Reise und gleichzeitig eine Verfolgungsjagd durch England, die immer wieder in die Vergangenheit führt. Dabei erfahre ich nicht nur mehr über Birdies Familie, sondern auch über die Maguires und die Hintergründe der Tat.

Die Geschichte wirft interessante Fragen auf: Kann man Opfer und Täter wirklich so klar voneinander trennen? Was bedeutet Schuld, und kann Rache überhaupt etwas wiedergutmachen? Auf diese und viele weitere Fragen gibt Emma Stonex keine einfachen Antworten.

Allerdings erfordert der Roman sehr viel Geduld. Ich war mehr als einmal kurz davor, das Buch abzubrechen, besonders dann, wenn die Autorin tief in Jimmys Gedankenwelt und seinen Gefängnisalltag eintaucht. Die raue, teilweise sehr drastische Sprache war für mich schwer auszuhalten. Auch wenn sie sicherlich zur Authentizität der Geschichte beiträgt, hat sie meinen Lesegenuss deutlich geschmälert.

Trotzdem bleibt „Sunshine Man“ im Kopf. Vielleicht gerade, weil die Geschichte so sperrig, unbequem und nicht leicht zu greifen ist. Man muss sich auf diesen Roman einlassen und darf nicht zu schnell aufgeben, auch wenn mir das selbst nicht immer leichtgefallen ist.