Von Schuld, Vergeltung und der manchmal ganz eigenen Wahrheit - interessant konstruierter Spannungsroman
„Manchmal komme ich ins Grübeln.“ Er rieb sich über den Nacken. Seine Augen glänzten im Dämmerlicht. „Denkst du auch mal, dass es nicht fair ist? Ob man Glück hat im Leben.“
Seit Birdies Schwester Providence vor vielen Jahren brutal ermordet wurde, ist Birdies Leben nicht mehr, wie es vorher war. Zwar ist Birdie nun verheiratet und Mutter zweier Kinder, doch lässt sie Providences Tod einfach nicht los. Nun ist Providences Mörder Jimmy Maguire wieder auf freiem Fuß und Birdie schwört Rache. Sie beschattet ihn nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, um ihn zu erschießen.
Jimmy Maguire hat seine Strafe abgesessen, doch seine Tat beschäftigt ihn noch immer. Nach seiner Haftentlassung zieht es ihn in die alte Heimat und an den Ort des Verbrechens zurück. Er ahnt nicht, dass er verfolgt wird..
Die Geschichte wird abwechselnd auf verschiedenen Ebenen aus der Sicht von Birdie und Jimmy erzählt. Es wird dargestellt, was beide nach Jimmys Entlassung erleben. In Rückblenden schildern die Figuren zudem ihre früheren Lebensumstände und die Entwicklungen bis zu dem furchtbaren Verbrechen Verbrechen. Autorin Emma Stonex schreibt flüssig und lebendig, ich fand recht schnell in die Handlung hinein.
Die beiden Protagonisten sind sehr interessante Charaktere. Birdie, die mit Providence bei ihrer Großmutter aufwächst, wirkt nach außen vernünftig und gefestigt, doch wie es in ihr drinnen aussieht, was sie umtreibt, weiß niemand so genau.
Jimmy stammt aus sehr schwierigen Verhältnissen, gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, doch Providence erkennt sein Potential, wird seine einzige Freundin. Jimmy leugnet später beharrlich, sie umgebracht zu haben. Wie zuverlässig sind Birdie und Jimmy als Erzähler? Kann man ihnen trauen?
Warum muss Providence sterben? Wird Birdie tatsächlich Rache üben?
Die Spannung der beiden Handlungsstränge steigert sich zunehmend bis zum Showdown, am Ende werden die Erzählebenen zusammengeführt und die Leser erleben dabei so manche Überraschungen. „Sunshine Man“ ist ein gekonnt konstruierter Roman über Schuld, Rache, Gerechtigkeit, Wahrheit, Herkunft und die Frage nach Gut und Böse. Autorin Emma Stonex zeigt anschaulich, wie sehr die Bedingungen, unter denen Menschen aufwachsen, die Chancen, die sie bekommen oder nicht, ihr Leben vorherbestimmen, ihr Handeln prägen. Nur an wenigen Stellen zieht sich die Handlung etwas dahin, dann wird etwas zu ausufernd erzählt. Insgesamt hat mich das Buch aber sehr gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Wie auch „Die Leuchtturmwärter“, der erste Roman der Autorin, ist auch der zweite meiner Meinung nach wirklich gelungen und lesenswert.
Seit Birdies Schwester Providence vor vielen Jahren brutal ermordet wurde, ist Birdies Leben nicht mehr, wie es vorher war. Zwar ist Birdie nun verheiratet und Mutter zweier Kinder, doch lässt sie Providences Tod einfach nicht los. Nun ist Providences Mörder Jimmy Maguire wieder auf freiem Fuß und Birdie schwört Rache. Sie beschattet ihn nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, um ihn zu erschießen.
Jimmy Maguire hat seine Strafe abgesessen, doch seine Tat beschäftigt ihn noch immer. Nach seiner Haftentlassung zieht es ihn in die alte Heimat und an den Ort des Verbrechens zurück. Er ahnt nicht, dass er verfolgt wird..
Die Geschichte wird abwechselnd auf verschiedenen Ebenen aus der Sicht von Birdie und Jimmy erzählt. Es wird dargestellt, was beide nach Jimmys Entlassung erleben. In Rückblenden schildern die Figuren zudem ihre früheren Lebensumstände und die Entwicklungen bis zu dem furchtbaren Verbrechen Verbrechen. Autorin Emma Stonex schreibt flüssig und lebendig, ich fand recht schnell in die Handlung hinein.
Die beiden Protagonisten sind sehr interessante Charaktere. Birdie, die mit Providence bei ihrer Großmutter aufwächst, wirkt nach außen vernünftig und gefestigt, doch wie es in ihr drinnen aussieht, was sie umtreibt, weiß niemand so genau.
Jimmy stammt aus sehr schwierigen Verhältnissen, gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, doch Providence erkennt sein Potential, wird seine einzige Freundin. Jimmy leugnet später beharrlich, sie umgebracht zu haben. Wie zuverlässig sind Birdie und Jimmy als Erzähler? Kann man ihnen trauen?
Warum muss Providence sterben? Wird Birdie tatsächlich Rache üben?
Die Spannung der beiden Handlungsstränge steigert sich zunehmend bis zum Showdown, am Ende werden die Erzählebenen zusammengeführt und die Leser erleben dabei so manche Überraschungen. „Sunshine Man“ ist ein gekonnt konstruierter Roman über Schuld, Rache, Gerechtigkeit, Wahrheit, Herkunft und die Frage nach Gut und Böse. Autorin Emma Stonex zeigt anschaulich, wie sehr die Bedingungen, unter denen Menschen aufwachsen, die Chancen, die sie bekommen oder nicht, ihr Leben vorherbestimmen, ihr Handeln prägen. Nur an wenigen Stellen zieht sich die Handlung etwas dahin, dann wird etwas zu ausufernd erzählt. Insgesamt hat mich das Buch aber sehr gefesselt und zum Nachdenken gebracht. Wie auch „Die Leuchtturmwärter“, der erste Roman der Autorin, ist auch der zweite meiner Meinung nach wirklich gelungen und lesenswert.