Fluss-Drama mit Sogwirkung

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Der Einstieg in den Roman Tage am Fluss von Jochen Mariss überzeugt durch eine atmosphärisch dichte Erzählweise. Bereits auf den ersten Seiten gelingt es dem Autor, eine greifbare Welt aufzubauen, in der die beruhigende Idylle am Fluss und handfeste existenzielle Sorgen wie der sinkende Pegelstand oder der Streit um den Bau einer Brücke aufeinandertreffen. Die Sprache des Buches ist klar, schnörkellos und unheimlich bildhaft; sie fängt die raue Wirklichkeit des ländlichen Lebens perfekt ein und passt hervorragend zu der kantigen, aber empathischen Fährfrau Sara. Das Ende der Leseprobe erzeugt durch den mysteriösen, verletzten Leon, der auf der Fähre das Bewusstsein verliert, eine enorme Spannung, sodass mein Interesse am Weiterlesen definitiv geweckt ist. Das in warmen Öltönen gestaltete Covermotiv rundet das Buch optisch ab und spiegelt die intensive Stimmung sowie den hoffnungsvollen Unterton der Widmung perfekt wider.