Atmosphärisch

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mandel61118 Avatar

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Bereits das Cover finde ich zauberhaft, es vermittelt deutlich die entrückte Atmosphäre, die das ganze Buch über herrscht.
Sara ist Fährfrau in vierter Generation, sie steuert eine winzige Fähre über den Fluss, um ein winziges Dorf mit dem Rest der Gemeinde zu verbinden. Nicht alle Dorfbewohner mögen dieses Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, die Mehrheit möchte eine Brücke über den Fluss bauen, was Sara arbeitslos machen würde.
Eines Tages kommt ein abgerissener junger Mann, Leon, auf die Fähre, der offenbar auf der Flucht ist. Nach anfänglichem Widerwillen bietet Sara ihm an, gegen Kost und Logis bei ihr zu übernachten, dafür muss er ihr mit Reparaturen am Haus helfen...

Tage am Fluss ist ein ruhiges, beschauliches, fast meditatives Buch, das mich ein bisschen an den Gesang der Flusskrebse erinnert hat. Das kleine Gebiet am Fluss, wo Sara abgeschieden mit ihrem Hund und ihren Hühnern lebt, ist ein paradiesischer Fleck, an dem die Zeit still zu stehen scheint. Sara ist eine robuste Person, hält nicht viel von Gefühlen, ist eine Frau der Tat. Aber sie trägt ein schweres Trauma mit sich herum.
Obwohl Leon ganz anders ist als sie, ein sanfter junger Mann mit starken Zielen – er ist Umweltaktivist –, gelingt es ihm allmählich, Saras harte Schale aufzubrechen und hinter ihr trauriges Geheimnis zu kommen.
Das Buch ist in wunderschöner, ruhiger, manchmal recht poetischer Sprache geschrieben. Das kleine Fleckchen am Fluss sieht man beim Lesen bildlich vor sich, es birgt einen ganz eigenen Zauber.
Das Buch vermittelt eine starke Botschaft: Rettet den Planeten, bevor es zu spät ist!