Bewegende Geschichte mit toller Atmosphäre und kleinen Schwächen im Finale

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„Tage am Fluss“ von Jochen Mariss ist ein Roman, der mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Schon das wunderschön gestaltete Cover vermittelt die naturnahe Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht und perfekt zur Geschichte passt.

Besonders gefallen hat mir der einfühlsame und bildhafte Schreibstil. Obwohl der Roman keine leichten Themen behandelt und sich mit alten Verletzungen, Verlusten und persönlichen Wunden auseinandersetzt, liest er sich erstaunlich angenehm und fast schon gemütlich. Die Beschreibungen des Lebens am Fluss, der Natur und der täglichen Arbeiten rund um Saras Hof schaffen eine besondere Wohlfühlatmosphäre, die zum Verweilen einlädt.

Die Entwicklung der Beziehung zwischen Sara und Leon wird toll aufgebaut und erzählt. Beide Figuren tragen ihre Vergangenheit mit sich herum, und es war schön zu beobachten, wie sie langsam Vertrauen fassen und wieder Mut für das Leben schöpfen. Gleichzeitig regt das Buch mit seinen Themen rund um Naturschutz und Gemeinschaft zum Nachdenken an, ohne dabei belehrend zu wirken.

Einen Stern ziehe ich jedoch ab, weil mir das Ende persönlich etwas zu dramatisch und stellenweise zu detailreich (ohne Mehrwert) geraten ist. Zudem gibt es gegen Ende noch eine Begegnung beziehungsweise Entwicklung, die auf mich leider etwas konstruiert wirkte. Näher darauf einzugehen würde spoilern, weshalb ich es dabei belassen möchte.

Insgesamt ist „Tage am Fluss“ aber ein berührender, atmosphärischer Roman mit liebenswerten Figuren und einem wunderbaren Schreibstil, der einen tief in die Geschichte hineinzieht. Wer ruhige, naturverbundene Geschichten mit emotionaler Tiefe mag, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben.