Beziehungen

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pajo47 Avatar

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Eigentlich lese ich am liebsten Krimis. Zu Tage am Fluss von Jochen Mariss habe ich gegriffen, weil gerade kein Krimi mehr auf meinem SUB lag. Umso überraschter war ich, wie gut mir dieses Romandebüt gefallen hat.

Im Mittelpunkt stehen Sara und Leon. Sara betreibt die Fähre, die das Dorf Erlengrund mit der nahegelegenen Stadt verbindet. Leon taucht eines Tages auf ihrem Boot auf, nachdem er vor der Polizei geflüchtet ist. Diese hatte die Besetzung eines alten Waldbestandes aufgelöst, der einer neuen Autobahn weichen soll.

Beide Hauptfiguren tragen Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit mit sich herum. Aus einer zunächst pragmatischen Vereinbarung entsteht ein Zweckbündnis. Leon hilft Sara bei der Arbeit, während sie ihm auf ihrem Hof ein Versteck bietet. Nach und nach wächst daraus jedoch mehr. Je besser sie sich kennenlernen, desto mehr öffnen sie sich füreinander und erzählen von den Erlebnissen, die ihr Leben geprägt haben.

Der Schreibstil von Jochen Mariss ist flüssig und unkompliziert. Die Geschichte lässt sich leicht lesen und entfaltet dennoch genug Tiefe, um die Figuren und ihre Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Für mich war es ein typisches „Zwei-Tage-Buch“. Einmal angefangen, wollte ich immer wissen, wie es weitergeht, und hatte den Roman innerhalb von zwei Tagen ausgelesen.

Tage am Fluss ist ein gelungenes Debüt, das mit sympathischen Figuren, einer ruhigen Atmosphäre und einer emotionalen Geschichte überzeugt. Auch Leserinnen und Leser, die normalerweise eher zu Krimis greifen, können hier durchaus eine positive Überraschung erleben.