Brandaktuelle, gute Unterhaltung...
Brandaktuelle, gute Unterhaltung... Der erste Roman des Babyboomers Jochen Mariss: "Tage am Fluss". Ein guter Roman mit bewusstseinsschärfender Wirkung, handelt er doch (auch) von dem einen großen Thema unserer Zeit - nämlich wie es wohl mit unserem Planeten weitergehen wird, wenn wir so weitermachen wie bisher. Die Handlung ist hineinverlagert in ein kleines Nest, welches geteilt ist durch einen Fluss. Nur: Die direkte Überfahrt über den Fluss ist nur mittels einer Fähre möglich, die nächste Brücke bedeutet einen großen Umweg. Das Örtchen ist zwiegespalten; die einen wünschen sich im Sinne eines angeblich notwendigen Fortschritts den Bau einer Brücke, die anderen sehen die Natur gefährdet und wollen den Fährbetrieb erhalten. Die Fähre wird in zweiter Generation von der Mitvierzigerin Sara Harmsen betrieben, die seit Jahren allein auf ihrem kleinen Hof mit Hund, Hühnern und Brunnenwasser ein bescheidenes Leben fristet. Dann bricht Leon in Saras Leben ein, ein junger Umweltaktivist, der sich bei der Räumung des nahegelegenen Forstes eine Kopfverletzung zugezogen hat, sich auf Saras Fähre begibt und einen Unterschlupf benötigt. Beide haben ein Geheimnis, welches sie zunächst nicht offenbaren; die Preisgabe wird aber immer wichtiger wird, wenn die beiden sich nicht nur vertrauen, sondern auch annähern wollen. In das Umweltthema bindet der Autor mit viel Geschick persönliche Themen ein: Wie wird es weitergehen im Leben von Sara... Jochen Mariss ist mit einem großen Einfühlungsvermögen für seine Figuren ein lesenswerterRoman gelungen.