Die Fähre

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wal.li Avatar

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Sara Harmsen übt einen Beruf aus, den es heutzutage kaum noch gibt. Sie steuert eine kleine Gierseilfähre über den Fluss. Autos können nicht übersetzen, aber Fußgänger und Radfahrer können Wegstrecke und Zeit einsparen, wenn sie die Fähre nehmen. Trotzdem gibt es eine Initiative für eine Brücke. Die Arbeit hat Sara von ihrem Vater übernommen, häufiger denkt sie aber an ihren kleinen Bruder Jan. Als Leon man könnte sagen auf ihrer Fähre strandet, erinnert dieser sie irgendwie an Jan. Auf Gesellschaft ist Sara allerdings nicht eingerichtet. Mit ihren sieben Hühnern und ihrem Hund Luna ist sie vollauf beschäftigt.

Eigentlich will Sara niemanden bei sich haben und sie hat, nachdem sie seine Wunde versorgt hat, Leon auch bedeutet, dass er wieder verschwunden sein soll, wenn sie zurückkommt. Aber ganz so hart mag sie dann doch nicht sein. Und so kommen sie und Leon sich näher. Leon nimmt an Saras Alltag teil und so nach und nach erzählen sie sich gegenseitig etwas aus ihrem Leben. Bei Sara kommen Erinnerungen hoch und Leon denkt so manches Mal daran, wieso er ursprünglich nach Erlengrund gekommen ist. Ein wenig schwanken sie zwischen Annäherung und sich entfernen. Die gemeinsame Zeit verändert sowohl Sara als auch Leon. Doch die viel Zeit wird ihnen vergönnt sein.

Aus den Perspektiven von Sara und Leon kann man an der Zeit am Fluss teilhaben. Da ist es sehr passend, dass das Hörbuch von zwei Sprechern nämlich Heike Warmuth und Nils Kretschmer eingelesen wurde. Beide erfüllen ihre Aufgabe mit viel Einfühlungsvermögen in die handelnden Personen.

In der Handlung des Romans dreht es sich so ein wenig um alles. Die Umwelt, den Naturschutz, die persönliche Entwicklung der Protagonisten und letztlich auch um den Kampf für oder gegen eine Brücke. Man könnte meinen, der Ansatz ist etwas zu groß gewählt. Aber wie der Autor seine Bogen schlägt, passt sehr gut zusammen. Vielleicht gehen am Rande ein paar Einzelheiten verloren oder werden recht schnell abgehakt, aber dennoch fühlt man sich mit dem Buch irgendwie abgeholt und beschließt es mit einem Lächeln. Ein gelungenes Romandebüt, dessen Lektüre gerne empfohlen wird.