Die Fährfrau

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brianna Avatar

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Das Cover strahlt eine ganz besondere Ruhe aus. Abgebildet ist eine Frau (Sara), die im Fluß schwimmt, rot-weißer Badeanzug. Man erahnt eher die großen Bäume, die ihre Schatten auf den Fluß werfen.

Sara lebt mit ihrer Hündin Luna in einem kleine Haus am Fluß, umgeben von einem hohen Zaun, der ihr- inkl. der abweisenden Haltung gegenüber Menschen- von ihrem Vater "vererbt" wurde. Sie betreibt einen Fährbetrieb, ebenso vom Vater übernommen, der allerdings durch den Neubau einer Brücke gefährdet ist. Dazu lebt sie sehr bewußt, bäckt ihr Brot selbst, zieht Gemüse in ihrem Garten und versorgt ihre Hühner.

Dennoch ist sie nicht allein. Leon- zuerst ungebetener Gast- hilft ihr, nachdem sie dem jungen Mann Asyl gewährt. Während sich zwischen ihnen eine Nähe aufbaut, werden die Tage heißer, der Wasserspiegel sinkt, später wird ein Sturm angekündigt.
Die Wetterkapriolen scheinen ihre Gemütszustände zu spiegeln- ein Auf und Ab, Ruhe, Gewitter. Vertrauen, Lügen, Vergangenheit, Erinnerungen und Wunden.

Der Schriftstil gefiel mir sehr. Ruhig, präzise, häufig melancholisch... und man spürt die leise, unterschwellige Gefahr.
"Der grüne Mond" wie ihr Areal genannt wird, ist bedroht. So wie unsere ganze Welt.

Die detailverliebten Beschreibungen zeigen, daß der Autor ein besonders gutes Auge und Wahrnehmung hat (Fotograph)- mir gefielen sie sehr und ließen mich sogartig in die Atmoshäre eintauchen.

"Tage am Fluss" von Autor Jochen Mariss ist eine leichte Sommerlektüre mit dennoch schwierigen Themen. Schuld, Pflichtgefühl, Geheimnisse, Freundschaft, Familie.