Die Fährfrau

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lisbethsalander Avatar

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Im Mittelpunkt dieses Romans "Tage am Fluss" von Jochen Mariss steht Sara Harmsen, eine Frau um die 50, die allein und zurückgezogen, ja etwas eigenbrödlerisch nur mit ihrer Hündin Luna und einigen Hühnern lebt. Von ihrem Vater hat sie eine Fähre geerbt, die schon seit Generationen im Familienbesitz ist und Saras Broterwerb dient. Doch dies ist vielen im Heimatdorf Saras ein Dorn im Auge, denn etwa die Hälfte der Bewohner hätte lieber den Bau einer Brücke über den Fluss, den Sara bis dato verhindert hat, indem sie den Verkauf ihres Grundstückes verweigert, der zum Brückenbau notwendig wäre. Als an einem Tag der junge leicht verletzte Klimaschützer Leon nach einer Protestaktion zur Verhinderung einer geplanten Autobahn auf Saras Fähre landet und sie um Unterkunft und Hilfe bittet, ist Sara plötzlich nicht mehr allein und vieles kommt ins Rollen. Jeder der Protagonisten scheint Geheimnisse zu haben, die nach und nach ans Licht kommen. Jochen Mariss hat eine spannende Geschichte verfasst, die viele wichtige und aktuelle Themen anspricht. Der Schreibstil ist extrem leicht und angenehm und man fliegt nur so durch die Seiten. Insgesamt hätte es für mich ein bisschen weniger Schwarz und Weiß Denken sein können, alles vielleicht ein bisschen weniger politisch (eine Empfehlung von Luisa Neubauer auf dem Cover hätte es für mich beispielsweise nicht gebraucht!), und auch mit dem Ende bin ich noch nicht ganz warm geworden. Aber dafür wird der Roman bestimmt noch eine Weile in meinem Kopf sein. Für alle, die gerne einen Sommerroman mit Tiefgang lesen möchten, gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!