„Die Seele lüften, den Blick weiten.“

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
eabooks1234 Avatar

Von

Der Debütroman „Tage am Fluss“ von Jochen Mariss hat mich sehr berührt. Zu Beginn möchte ich erstmal das wunderschöne Cover hervorheben. Es passt perfekt zur Geschichte. Im Roman geht es um die eigenwillige Fährfrau Sara. Sie führt ein ruhiges Leben am Fluss mit ihren Tieren. Sara kämpft vehement gegen einen geplanten Brückenbau. Wenn diese Brücke gebaut wird, wäre ihre Tätigkeit als Fährfrau überflüssig und man würde massiv in die Natur eingreifen. Und dann taucht plötzlich auch noch ein junger Mann namens Leon auf, der nach einem Sturz auf ihrer Fähre auf ihrem Hof unterkommt. Aus einer Nacht werden mehrere Wochen. Stück für Stück nähern sich die beiden an und öffnen sich. Es ist eine wahnsinnig zärtliche und ruhige Geschichte. Auch ernstere, wichtige Themen werden angesprochen: Klimawandel, Naturkatastrophen, Traumata als Kind. Es gibt so viele tolle Passagen, die ich angestrichen habe, weil sie so schön sind. Beispielsweise eine, in der Sara und Leon über den Wald sprechen: „Ich finde es faszinierend, wie die Bäume eine Gemeinschaft bilden. Wie sie zusammenstehen, wie sie sich gegenseitig schützen. Sie sind Experten darin, das richtige Maß an Nähe und Distanz zu finden.“ Durch die wunderbare, einfühlsame Sprache liest man den Roman sehr schnell. Man ist gefangen auf dem „Grünen Mond“ am Fluss und möchte am liebsten mit den Charakteren dort wohnen. Man riecht den Sommer auf jeder Seite. Man hört das Rauschen des Flusses und das Gegacker der Hühner auf jeder Seite. Ein absolut atmosphärischer Roman! Ich hoffe, dieser Roman findet viele Leserinnen und Leser. Von mir eine absolute Leseempfehlung! Dank diesem Roman konnte ich „meine Seele lüften und meinen Blick weiten“. Ein Sommerroman mit ganz viel Tiefe und guten Gedanken fürs eigene Leben!