Ein berührender Roman mit kleinen Längen
"Der Mut, sich wieder auf das Leben einzulassen“ – dieses zentrale Thema des Romans hat mich wirklich berührt. Die Geschichte rund um die Fährfrau Sara Harmsen und den verletzten Leon entfaltet sich wie der Fluss, an dem sie leben: ruhig, stetig und voller versteckter Tiefe. Besonders das idyllische, aber einsame Leben von Sara mit ihren Hühnern, Schafen und Hündin wird wunderbar bildhaft beschrieben. Man riecht förmlich das Gras auf der Obstwiese und spürt die Hitze des Sommertags. Wie sich Sara und Leon durch die gemeinsame, erdende Arbeit – vom Schafescheren bis zum Hühnerstallbau – langsam näherkommen und gegenseitig ihre seelischen Mauern einreißen, ist psychologisch feinfühlig und absolut glaubwürdig erzählt. Auch die Einbindung aktueller Themen wie Naturschutz und die Sorge um unseren Planeten gibt der Geschichte eine angenehme, moderne Relevanz.
Ein kleiner Kritikpunkt: Im Mittelteil verliert sich das Buch ab und zu ein wenig zu sehr in den Beschreibungen der ländlichen Alltagsarbeiten. Hier hätte die Erzählung für meinen Geschmack etwas mehr Straffung vertragen können, da die Dynamik zwischen den Charakteren dadurch kurzzeitig ins Stocken gerät.
Alles in allem ist es aber ein wunderschöner, atmosphärischer Roman über alte Wunden, Vergebung und den Mut für einen Neuanfang.
Ein kleiner Kritikpunkt: Im Mittelteil verliert sich das Buch ab und zu ein wenig zu sehr in den Beschreibungen der ländlichen Alltagsarbeiten. Hier hätte die Erzählung für meinen Geschmack etwas mehr Straffung vertragen können, da die Dynamik zwischen den Charakteren dadurch kurzzeitig ins Stocken gerät.
Alles in allem ist es aber ein wunderschöner, atmosphärischer Roman über alte Wunden, Vergebung und den Mut für einen Neuanfang.