Ein Buch, das zum Nachdenken einlädt ...

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Die eigenwillige Sara Harmsen lebt in ihrer ganz eigenen kleinen Welt. Umgeben von sieben Hühnern, drei Schafen und ihrer geliebten Hündin Luna betreibt sie die Fähre, die Menschen des kleinen Dorfes Erlengrund über den Fluss und wieder zurückbringen. Schon seit Generationen ist das so und es dürfte nach Saras Ansicht auch gerne so weitergehen. Doch immer mehr Stimmen werden laut, die eine Brücke fordern, eine fatale Forderung, die Sara ihren Lebensunterhalt und -raum kosten würde. Aber zunächst hat sie ganz andere Sorgen, denn ein junger Mann taucht plötzlich verletzt an ihrer Fähre auf und bittet um Übersetzung. Zögernd geht sie auf seinen Wunsch ein und schließlich überwindet sie sich sogar den völlig entkräfteten Leon zu beherbergen. Bald schon erscheint ihr der junge Mann mit seinem unermüdlichen Einsatz rund um den Hof unersetzlich. Ganz langsam beginnt sich das ungleiche Paar einander zu öffnen und so manches verborgen geglaubte Geheimnis kommt an die Oberfläche. Schließlich nimmt jedoch nicht erst mit einer gewaltigen Flut die Tragödie ihren Lauf …

Beeindruckt hat mich in diesem Debütroman von Jochen Mariss die Beharrlichkeit, mit der der Autor solch wichtige Themen wie Umweltschutz und Klimawandel immer wieder in den Fokus rückt, ohne belehrend zu wirken. Beide Protagonisten kämpfen auf ihre ganz eigene Weise dafür, die Erde für nachfolgende Generationen aber auch für sie selbst schön und bewohnbar zu erhalten. Aber auch persönliche und intime Sorgen und Nöte, die Sara und Leon bedrücken werden auf leise und ganz wunderbare Art in Szene gesetzt.

Das Ende bleibt offen und lässt somit viel Raum für eigene Gedanken und Spekulationen. Mich hat das Buch sehr berührt und die großartigen Sprecher Heike Warmuth und Nils Kretschmer haben es zu einem Hörerlebnis gemacht. Hier vergebe ich sehr gerne mit fünf Sternen die volle Punktzahl und freue mich auf weitere Zeilen aus der Feder von Jochen Mariss.