Ein Buch wie ein Fluss
Das Cover lädt zu einem erfrischenden Sommerbuch ein. Das Buch selbst hat mich während des Lesens immer an einen Fluss erinnert. Es gibt einen Lauf nach vorn und doch treten ständig Veränderungen auf, Ereignisse ändern den Lauf, beeinflussen ihn für immer oder nur kurzfristig. Es ist ein Buch, das unglaublich viele Themen in sich birgt. Sehr aktuell über den Wandel des Klimas und plötzlich hereinbrechenden Wetterkapriolen. Aber auch eine Verbindung von zwar relativ junger Vergangenheit mit dem Jetzt und eine Verbindung zwischen den Generationen, die trotz der Unterschiede sehr viel gemeinsam haben. Dafür stehen die beiden Protagonisten Sara und Leon. Beide wurden in ihrer persönlichen Lebensgeschichte, die so nach und nach zum Vorschein kommt, sehr verletzt. Beide sind charakterstarke Persönlichkeiten und beide kämpfen gegen aktuelle Probleme, die die unmittelbare Umwelt betreffen. Neben den Schwierigkeiten, die immer wieder Spannung und Reibereien in die Handlung bringen, gibt es aber auch wunderbar anrührende Momente der Entspannung und Zufriedenheit, ein Rückbesinnen auf die kleinen und doch so bedeutsamen Dinge im Leben, wie der Duft eines frisch gebackenen Brotes oder ein Treibenlassen im kühlen Nass. Sehr anrührend ist das langsame Näherkommen von Sara und Leon beschrieben, immer wieder müssen sie sich mit ihren Vorbehalten auseinandersetzen und ihr Tun hinterfragen oder sogar ihre Anschauungen über Bord werfen. Die Sprache ist dabei aktuell und gut verständlich, manchmal herrlich beschreibend und dann wieder richtig kratzbürstig, wie es eben die Situation erfordert. Ein sehr aktuelles und lesenswertes Buch!