Ein Buch, wie ein ruhiger Fluss, mit geheimnisvollen Stromstellen
Im Debütroman „Tage am Fluss“ von Jochen Maris, darf der Leser die Protagonisten Sara und Leon eine Zeitlang begleiten und erfahren, was genau sie zusammengeführt hat. Das Autor lädt seine Leser dazu ein durch eine einfache, sensible Schreibweise langsam wie ein Fluss in die Geschichte zu gleiten. Die Protagonistin Sara wohnt sehr zurückgezogen, mit Hühner, Schafen und Hund Luna auf ihrem grünen Mond, ein kleiner Hof am Fluss, sie betreibt eine kleine Fähre, irgendwie scheint sie sich mit dem Leben arrangiert zu haben, da bringt Leon es ganz schön durcheinander, sie findet den jungen Mann am Fluss, er hat eine Kopfverletzung und ein großes Geheimnis. Sara nimmt ihn mit in ihr Zuhause und damit in ihr Leben, was zunächst nicht ganz so einfach scheint, aber Leon ist geschickt und repariert ihr einige Dinge und letztendlich öffnen sich beide. Doch nicht nur Leon scheint Schwierigkeiten zu haben, sondern auch Sara, die Gemeinde möchte ihre Fähre stilllegen und dort eine Brücke bauen, damit wäre nicht nur ein Teil ihres Hofes weg, sondern auch ihre Arbeit. Gemeinsam kämpfen die beiden nicht nur gegen die Brücke. Wie es am Ende ausgeht, ob so manches Geheimnis gelüftet wird, lesen sie selber. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, als Leser war man eine Zeit lang mit auf dem Hof, man konnte die Hühner gackern hören, die Schafe blöken, mit Luna in der Sonne liegen und wenn es zu heiß wurde und man hat bei der Hitze, die im Buch immer wieder beschrieben wird quasi beim Lesen mitgeschwitzt, Schwimmen gehen. Schade, dass dieser Ausflug so schnell zu Ende war, ich würde mir weitere Bücher wünschen. Liebe Grüße