~ eine Geschichte die noch lange nachhallt

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Tage am Fluss, von Jochen Mariss, erschienen bei Kiepenheuer&Witsch am 09. Juli 2026
Gebundenes Buch 320 Seiten

Klappentext
- siehe Buchbeschreibung

Meine Meinung und Fazit
Jochen Mariss überrascht uns mit seinem ausgezeichneten Romandebüt, das als: »Das Buch des Sommers« gefeiert wird. Ich habe schnell in die Geschichte hineingefunden und konnte mit den Figuren lachen und weinen. Der große Altersunterschied zwischen den Protagonisten fand ich sehr spannend, und bis zum Ende hoffte ich, dass daraus bitte keine Liebesgeschichte entstehe. Die Fährfrau Sara Harmsen lebt am Fluss, mit ihren Hühnern und ihrer Hündin Luna, allerdings nicht gerade optimal. Eine traurige Vergangenheit lässt sie nicht los und der Bürgermeister hat auch noch das Anliegen, auf ihrem Land eine Brücke zu errichten. Dadurch würde er ihr Einkommen und ihre berufliche Tätigkeit entziehen. Außerdem käme noch ihr Land dazu, und sie würde direkt neben der Autobrücke wohnen. Es ist offensichtlich, dass sie das nicht will. Plötzlich erscheint Leon, jung und verletzt. Einige Zeit vergeht, bis Sara sein Geheimnis entdeckt und von ihm sehr enttäuscht ist. Im Verlauf der Geschichte wird jedoch deutlich, weshalb Leon das nicht publik macht.
Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor den Altersunterschied in die Geschichte integriert hat. Ich habe seine Protagonisten als glaubwürdig wahrgenommen und konnte ihr Verhalten in vielen Fällen nachvollziehen. Einige der Nebenfiguren mochte ich sehr. Sie haben Sara so akzeptiert, wie sie ist, und vielleicht haben sie auch ein wenig in ihre Seele geschaut. Das Setting hat mir ebenso gut gefallen und die Fähre, die nur mit eigener Kraft fährt, fand ich sehr informativ.
Die im Roman behandelten Themen bieten auch viel Raum für eigene Überlegungen. Beispielsweise: Klimawandel, Natur, Verlust und Vertrauen, um nur einige zu nennen. Ich mochte Jochen Mariss’ Schreibstil sehr. Es ist herrlich zu lesen, und einige Metaphern betonen das Geschriebene. Mir haben insbesondere die Anfangsworte des Autors am Buchanfang gefallen:
»Für alle, die trotz allem, was täglich geschieht auf unserem blauen Planeten, nicht aufgeben, nicht abstumpfen, nicht verbittern, nicht gleichgültig werden, nicht die Augen verschließen, nicht die Hände in den Schoß legen, sich nicht auf die Aussichtslosigkeit berufen, auf die eigene Schwäche, die nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern Tag für Tag, so gut es geht und auf ihre Art, dem Unrecht die Stirn bieten und das Leben umarmen.«

Ich empfehle das Buch des Sommer - Tage am Fluss sehr gerne weiter und vergebe 5 schwimmende 🐥🐥🐥🐥🐥 Hühnchen.