Eine Geschichte mit Tiefgang
Die Szenerien spielen rund um eine Waldbesetzung, sommerlichem Landleben, Brückenbau und Wassermangel bzw. Flusshochwasser. Der 30-jährige Mann Leon Ahlhausen taucht als verletzter Klimaschützer und Baumbesetzer nach polizeilicher Räumung des Uhlendorfer Forstes bei der 50-jährigen Hauptperson Sara Harmsen überraschend auf. Sie ist Fährfrau in x-Generation, lebt wie eine verbitterte Schrulle auf ihrem verwahrlosten Hof Grüner Mond nahe dem dörflichen Erlengrund bei Hamburg. Die Seele lüften, den Blick weiten und eine erstarkende Lust am Leben …das alles schafft die verbitterte, mit Schuldgefühlen geplagte Sarah nach wenigen Tagen des Zusammenseins mit Leon, der einfühlsam auch seine eigenen inneren Wunden und errichtete Mauern einzureißen vermag. Ihre gemeinsame Liebe zur Natur und wenige gemeinsame Tage am Fluss verhelfen beiden zu mutigem Erstarken und sinnvollem Ankämpfen gegen Existenz bedrohenden Autobahn- und Brückenbau vor Ort. Durch die Einbindung von Gedichten, z.B. von Brecht oder Erich Kästner, erhalten deren Gespräche mehr Tiefgang. Die Metapher des Weidenstocks, in die Mitte von Leons Leben in die Erde am Fluss gesteckt, wie eine Halt gebende Markierung zur Orientierung, dieses Bild gefällt. Wie die Strafverfolgung um den gewaltbereiten und von der Polizei gesuchten Aktivisten Leon ausgeht, bleibt offen. Mit weiteren Akteuren wie den kleinen Bruder Jan und den zugelaufenen Welpen Sansibar erhält der Roman auch entspannende Momente.
Thematisiert werden auch Trauerbewältigung, Alkoholismus, häusliche Gewalt, diverse Rechtswidrigkeiten und das Leben am Fluss mit einer Gierseilfähre und der Gewalt des Wassers.
Ein lesenswerter, Mut machender Roman!
Thematisiert werden auch Trauerbewältigung, Alkoholismus, häusliche Gewalt, diverse Rechtswidrigkeiten und das Leben am Fluss mit einer Gierseilfähre und der Gewalt des Wassers.
Ein lesenswerter, Mut machender Roman!