Einfühlsam, ausdrucksstark und authentisch - toller Roman mit Tiefe!

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duenefi Avatar

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"Tage am Fluss" von Jochen Mariss ist als gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag bei Kiepenheuer & Witsch erschienen und bietet feinste Unterhaltung auf 320 Seiten.

Sara Harmsen lebt abgeschieden mit ihren Tieren in dem kleinen Dorf Erlengrund, das durch den Fluss vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Sara betreibt eine kleine Fähre, mit der sie die Dorfbewohner über den Fluss befördert. Bewusst hält sie sich von anderen Menschen fern, bis eines Tages ein junger Mann verletzt auf ihrer kleinen Fähre strandet - sie verarztet Leon und gegen Hilfe im Haus und bei den Tieren kann er zunächst bei ihr bleiben.
Aus dieser Konnstellation entwickelt sich nach und nach ein eingespieltes Team, das für seine Interessen einsteht. Gemeinsam kämpfen sie darum, den Bau der Brücke zu verhindern, die Saras Fährunternehmen ersetzen soll...

Jochen Mariss schreibt einfühlsam und eindringlich, er hat einen besonderen Blick für die Natur, die Umwelt und das Klima. Seine Charaktere sind detailliert, nahbar und überzeugend angelegt, so dass der Plot ausgesprochen authentisch herüberkommt und zum intensiven Nachdenken anregt.

Sara mochte ich sehr und ich empfand sie als ungemein glaubhaft und durch und durch sympathisch, während ich zu Leon keine richtige Beziehung aufbauen und mich mit seinen Intentionen auch nicht wirklich identifizieren konnte.

Die Story entwickelt sich eher langsam, dafür stetig und intensiv, so dass eine dichte Atmosphäre entsteht und ich den Fluss, die Fähre, Erlengrund und die Natur drumherm vor meinem geistigen Auge nicht nur sehen, sondern auch fast riechen und schmecken konnte.

Ein tolles Buch für den Sommer, das nicht nur bestens unterhält, sondern auch unter die Oberfläche geht...!