Gegen den Strom
Sara lebt zurückgezogen am Fluss. Als Fährfrau führt sie den Familienbetrieb in vierter Generation und geht konsequent ihren eigenen Weg. Nach außen wirkt sie verschlossen und fast schon ruppig, doch gerade das hat mir an ihr so gut gefallen. Ich mag starke Frauenfiguren, die nicht in vorgefertigte Rollen passen. Sara braucht niemanden, der ihr Leben für sie ordnet. Sie stemmt ihren Alltag allein, kümmert sich hingebungsvoll um ihre Tiere und hält an dem fest, was ihr wichtig ist. Umso größer wird der Druck, als ein geplanter Brückenbau nicht nur ihre Existenz bedroht, sondern auch einen massiven Eingriff in die Natur bedeuten würde.
Jochen Mariss gelingt es von der ersten Seite an, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Der Fluss, die Fähre, Saras eingezäuntes Anwesen „Grüner Mond“ - all das wurde beim Lesen sofort vor meinem inneren Auge lebendig. Sein Schreibstil ist ruhig, einfühlsam und voller Gespür für die leisen Töne. Gerade darin liegt seine Stärke.
Eines Tages steigt Leon auf Saras Fähre. Verletzt, ohne Geld und auf der Flucht vor der Polizei. Als Klimaaktivist war er an der Besetzung des Uhlendorfer Forsts beteiligt und sucht eigentlich nur einen Platz für eine Nacht. Doch aus dieser einen Nacht wird deutlich mehr.
Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Sara und Leon. Nichts daran wirkt konstruiert oder überstürzt. Beide tragen ihre eigenen Wunden mit sich herum. Während Leon mit Zukunftsängsten und schwierigen familiären Verhältnissen kämpft, wird Sara durch ihn mit Erinnerungen konfrontiert, die sie tief in sich vergraben hat. Der frühe Tod ihres kleinen Bruders Jan begleitet sie bis heute und die Schuldgefühle darüber haben nie ganz aufgehört.
Was zwischen den beiden entsteht, ist kein lautes Drama, sondern etwas viel Wertvolleres: Vertrauen. Sie drängen sich nicht auf, respektieren die Grenzen des anderen und geben einander genau den Raum, den Heilung manchmal braucht. Die gemeinsamen Gespräche, die kleinen Gesten und das gegenseitige Verständnis haben mich tief berührt.
Dieses Buch erzählt davon, dass man nicht immer aktiv nach den richtigen Menschen suchen muss. Manchmal finden sie einen genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Und manchmal reicht eine einzige Begegnung, um lange verschlossene Türen wieder zu öffnen.
Manche Begegnungen verändern nicht die Welt. Aber sie verändern alles.
Ein intensiver, atmosphärischer Roman voller Menschlichkeit, der noch lange nachhallt.
Jochen Mariss gelingt es von der ersten Seite an, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Der Fluss, die Fähre, Saras eingezäuntes Anwesen „Grüner Mond“ - all das wurde beim Lesen sofort vor meinem inneren Auge lebendig. Sein Schreibstil ist ruhig, einfühlsam und voller Gespür für die leisen Töne. Gerade darin liegt seine Stärke.
Eines Tages steigt Leon auf Saras Fähre. Verletzt, ohne Geld und auf der Flucht vor der Polizei. Als Klimaaktivist war er an der Besetzung des Uhlendorfer Forsts beteiligt und sucht eigentlich nur einen Platz für eine Nacht. Doch aus dieser einen Nacht wird deutlich mehr.
Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Sara und Leon. Nichts daran wirkt konstruiert oder überstürzt. Beide tragen ihre eigenen Wunden mit sich herum. Während Leon mit Zukunftsängsten und schwierigen familiären Verhältnissen kämpft, wird Sara durch ihn mit Erinnerungen konfrontiert, die sie tief in sich vergraben hat. Der frühe Tod ihres kleinen Bruders Jan begleitet sie bis heute und die Schuldgefühle darüber haben nie ganz aufgehört.
Was zwischen den beiden entsteht, ist kein lautes Drama, sondern etwas viel Wertvolleres: Vertrauen. Sie drängen sich nicht auf, respektieren die Grenzen des anderen und geben einander genau den Raum, den Heilung manchmal braucht. Die gemeinsamen Gespräche, die kleinen Gesten und das gegenseitige Verständnis haben mich tief berührt.
Dieses Buch erzählt davon, dass man nicht immer aktiv nach den richtigen Menschen suchen muss. Manchmal finden sie einen genau dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Und manchmal reicht eine einzige Begegnung, um lange verschlossene Türen wieder zu öffnen.
Manche Begegnungen verändern nicht die Welt. Aber sie verändern alles.
Ein intensiver, atmosphärischer Roman voller Menschlichkeit, der noch lange nachhallt.