Gewaltige Natur

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Sara Harmsen betreibt in der Nähe von Hamburg eine kleine Fähre, welche ihr Heimatdorf mit dem Rest der Welt verbindet. Einige der Dorfbewohner sind gegen dieses Relikt aus alter Zeit und setzen stattdessen auf den Neubau einer Brücke. Eine Brücke sei schließlich nicht von den Wasserständen abhängig und damit weniger anfällig für die Launen der Natur.
Eines Tages verschlägt es Leon auf ihre Fähre. Er ist auf der Flucht. Die beiden kommen sich näher, doch Leon spielt nicht mit offenen Karten…
Der Klappentext hat mich ehrlich gesagt nicht besonders angesprochen. Jedoch habe ich immer mehr begeisterte Stimmen zu diesem Buch gehört, weswegen ich mir unbedingt selbst ein Bild machen wollte. Und was soll ich sagen: Ich habe den Roman in kürzester Zeit durchgelesen.
Jochen Mariss versteht es brillant, in seinem Debütroman zwischenmenschliche Beziehungen und die Schatten der Vergangenheit miteinander zu verweben. Zwei unterschiedliche Menschen mit ihren Ecken und Kanten finden durch ihren gemeinsamen Kampf für die Natur und unsere Erde zusammen. Sozialkritik und die Gleichgültigkeit unserem Planeten gegenüber nehmen in diesem Roman viel Raum ein, und das ist gut so. Es wird deutlich, dass ein Umdenken im Umgang mit unserer Erde dringend stattfinden muss.
Obgleich die Sequenz mit dem über die Ufer tretenden Fluss und die damit verbundene Dramatik für mich nicht unbedingt nötig gewesen wäre, hat mir der Roman insgesamt gut gefallen. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!