Knappe 3 Sterne für das Debüt

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peedee Avatar

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In Erlengrund geht alles ein bisschen gemächlicher: Sara betreibt die kleine Fähre, die das Dorf mit dem Rest der Welt verbindet. Sie lebt zurückgezogen mit ihren Tieren auf einem kleinen Hof. Sie hat Sorgen: tiefe Wasserstände, die den Fährbetrieb zuweilen verunmöglichen und ihre Finanzen deutlich schmälern; der geplante Bau einer Brücke, die ihre Fähre und somit ihre Arbeit überflüssig macht; das Haus, das dringend renoviert werden müsste. Eines Tages taucht ein junger Mann mit einer Verletzung auf ihrer Fähre auf: Leon. Sie verarztet ihn und gewährt ihm Unterschlupf gegen Mitarbeit auf dem Hof. Ein erstes und wichtiges gemeinsames Thema: die Liebe zur Natur…

Erster Eindruck: Das Cover mit der im Fluss badenden Frau gefällt mir; es vermittelt eine Leichtigkeit, Unbeschwertheit.

Sara führt als Fährfrau die Tradition ihrer Vorfahren weiter. Sie lebt ein eigenbrötlerisches Leben; die Gesellschaft ihrer Tiere ist ihr lieber als die der Menschen. Die Schuldgefühle, die sie seit vielen Jahren mit sich herumträgt, hat sie einen Schutzwall um sich herum errichten lassen. Der verletzte Leon taucht aus dem Nichts auf: Ohne sich weiter Gedanken zu machen, gewährt sie ihm Obdach – das hätte ich nicht gekonnt. Leon gibt sich zugeknöpft – er verrät nicht viel über sich, woher er kommt, wohin er wollte, wieso er verletzt ist.
Beim Kennenlernen öffnen sich beide ein bisschen und lassen den anderen ein wenig über ihre Schutzmauer blicken. Sara erzählt von ihren Eltern, ihrem Bruder Jan und ihrem aktuell grösstem Problem, dem geplanten Bau einer Brücke. Er berichtet von seiner Liebe zu den Bäumen, dem abgebrochenen Studium und seiner Teilnahme bei einer Waldbesetzung, die durch die Polizei beendet wurde.

Naturschutz, Klimaangst, Aktivismus, Panikattacken, Fährschifffahrt, Probleme unterschiedlichster Art (Familie, Alkohol, Finanzen) – eine (zu) breite Palette an Stichworten. Was soll ich zu diesem Buch sagen? Lange Zeit war meine Position zum Gelesenen ziemlich neutral: Es war weder ausnehmend gut, noch hat es mich gelangweilt. Es plätscherte ein bisschen vor sich hin, was aber (für mich) zum Thema Fluss passte. Der Ausgang der Geschichte ist mir zu offen. Veränderungen – egal welche – brauchen etwas Zeit. Wäre alles holterdiepolter „perfekt“ aufgelöst worden, wäre es unrealistisch gewesen. Unrealistisch war für mich die Situation mit dem Geld; dies wurde mir zu sehr romantisiert. Für das Debüt gibt es von mir aufgerundete 3 Sterne.