Leichtes Sommerbuch mit tiefgründigen Themen

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katrriin Avatar

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„Tage am Fluss“ von Jochen Mariss handelt von der Fährfrau Sara Harmsen, die auf einem gemütlichen Grundstück am Fluss mit ihren Schafen, Hühnern und ihrer Hündin Luna lebt, und damit wohl den Traum eines naturverbundenen, zurückgezogenen Lebens lebt. Allerdings ist ihr Glück durch den geplanten Bau einer Brücke, die ihre Fähre überflüssig machen würde, bedroht. Und dann strandet auch noch Leon bei ihr, der als Klimaaktivist eine Waldrodung verhindern wollte. Zunächst skeptisch beginnt sich Sara doch zunehmend Leon zu öffnen, und auch Leon rückt langsam mit der Wahrheit raus…

Das Buch hat mir aufgrund seiner Leichtigkeit trotz seiner teils schweren Themen sehr gut gefallen. Saras Leben mit ihren Tieren und der Natur wurde so atmosphärisch beschrieben, dass ich beim Lesen selbst den Geruch von frisch gebackenem Brot, geschorener Wolle und frisch gemähtem Gras in der Nase hatte. Die sommerliche Atmosphäre auf dem Land wurde wirklich perfekt eingefangen und lädt zum Träumen und Verweilen ein. Durch den einfachen Schreibstil fliegt man quasi nur so durch die Seiten, auch wenn man die Geschichte und diesen wunderschönen Ort gar nicht verlassen möchte.

Was mir außerdem gut gefallen hat, war der (mal mehr, mal weniger gut versteckte) Appell, sich endlich mal Klimathemen zuzuwenden, denn nicht nur Sara, deren Flussbett immer öfter so niedrig ist, dass sie ihre Fähre gar nicht erst übersetzen kann, und Leon, der sein Studium aufgrund der Zukunftslosigkeit der jüngeren Generationen an den Nagel gehängt hat, sind vom Klimawandel betroffen, sondern auch wir alle, die dieses Buch lesen.
Neben Gesprächen zur Klimapolitik verhandelt das Buch aber, wie gesagt, auch schwierigere Themen, wie Tod, Verlust und Trauer, mit denen zwar sehr sanft und zart umgegangen wird, aber vor denen trotzdem gewarnt werden sollte, wenn man in der Hinsicht sensibel ist.

Womit ich überhaupt nichts anfangen konnte und was mich eher irritiert und verstört hat, war der Versuch des Autors, Sara und Leon miteinander anbandeln zu lassen, obwohl Sara selbst immer wieder betont, dass Leon ihr Sohn sein könnte. Nicht nur der Altersunterschied hat mich daran gestört, sondern auch dass es die Geschichte in keinster Weise bereichert hat.

Abgesehen davon mochte ich das Buch aber wirklich sehr und werde es wohl noch für längere Zeit mit einem warmen Gefühl in meinem Herzen tragen.