Nachdenkliche und gute Unterhaltung mit kleinen Schwächen

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katto Avatar

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„Tage am Fluss“ von Jochen Mariss erzählt die Geschichte von Sara und Leon, die sich an einem Fluss begegnen und sich nach und nach über ihre Ängste, ihre Vergangenheit und ihre Sicht auf die Zukunft austauschen. Besonders das Thema Klimakrise und die damit verbundenen Zukunftssorgen fand ich spannend und sehr aktuell – genau deshalb hat mich das Buch von Anfang an neugierig gemacht.

Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen und bietet viel Potenzial. Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die Geschichte etwas zu viele (ernste) Themen gleichzeitig aufgreift, die aus meiner Sicht aber an einigen Stellen noch mehr Raum verdient hätten. Dadurch blieb manches etwas oberflächlich und ich hätte mir mehr Fokus auf die zentralen Themen gewünscht.

Die Handlung war stellenweise vorhersehbar. Auch gab es einige spannende Passagen. Das Buch setzt bewusst auf ruhige, nachdenkliche Momente und ist eher eine schöne Unterhaltungsgeschichte. Gerade das macht aber auch seinen besonderen Reiz aus.

Besonders gefallen hat mir der Schreibstil von Jochen Mariss. Er schreibt ruhig, einfühlsam und teilweise fast poetisch, ohne dabei überladen zu wirken. Die Sprache lädt dazu ein, sich auf die Gedanken und Gefühle der Figuren einzulassen. Und genau daher wollte ich das Buch trotz der kleineren Schwächen gerne weiterlesen.

Insgesamt ist „Tage am Fluss“ für mich eine schöne Lektüre, die wichtige Themen aufgreift, immer wieder zum Nachdenken anregt und unterhält. Auch wenn ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe und einen stärkeren Fokus gewünscht hätte, habe ich die Zeit mit dem Buch genossen. Für mich ist es ein ruhiger Roman mit einer gelungenen Grundidee, einigen spannenden Stellen und einem wirklich schönen Schreibstil.