Plädoyer für den Klimaschutz

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
lesens_werte Avatar

Von

Traditionen sind für Sara Harmsen wichtig. Denn ohne ein Bewusstsein dafür wäre sie heute wohl kaum das, was sie jetzt ist: die Fährfrau am Fluss. Doch die Familientradition und Natur auf ihrem Stück Land am "Grünen Mond" sind bedroht seit eine Bürgerinitiative sie enteignen und eine Brücke bauen will. Da macht sie auf mysteriöse Art und Weise mit dem jungen Leon Bekanntschaft, der bei ihr Unterschlupf sucht. So sehr sie ihn wieder loswerden möchte, so sehr engagiert er sich jedoch für Sara und den Naturschutz, obwohl er doch die ganze Zeit nicht mit offenen Karten zu spielen scheint.

Sara und Leon, Tradition und Moderne, Altes und Fortschritt - dieser Roman lebt von seinen Gegensätzen. Allerdings werden hier nicht nur Konflikte untereinander ausgetragen, sondern auch still und heimlich erläutert, dass verschiedene Pole sich nicht immer abstoßen müssen und im Gegenteil dazu auch miteinander harmonieren können. Diese Lehre aus dem Roman hat mir sehr gut gefallen. Allerdings hätten etliche Handlungsstränge detaillierter und damit auch realistischer ausgeformt sein können. Ebenso kam mir Saras Trotzigkeit zu aufgesetzt und unerwachsen vor, Leon dagegen hätte viel unvernünftiger sein dürfen. Eine gewisse Romantik zwischen den beiden ist zwar angeklungen, wurde aber leider nicht fortgeführt.
Trotzdem ist "Tage am Fluss" eine eindringliche Geschichte über die Zerrissenheit aufgrund der eigenen Herkunft und gleichzeitig ein wertvolles Plädoyer für den Natur- und Klimaschutz.