Poetischer Roman über Menschen, Natur und neue Wege
Schon bei der Leseprobe war mir klar, dass dies ein Buch für mich ist! Diese poetische Sprache, die sofort Atmosphäre schafft. Die ruhige Erzählweise, die subtil sehr viel zeigt, ohne belehrend oder plakativ zu sein. Der Autor schreibt wohl sonst eher kurze Texte und Lyrik. Dies ist sein erster Roman und der ist gelungen.
Das Buch spielt auf einer Insel im Fluss. An einer malerischen Bucht verkehrt eine Fähre, die den Umweg über die nächste Brücke auf die andere Flussseite verkürzt. Diese Fähre ist schon lange im Familienbesitz und wird von Sara betrieben. Sie war früher Buchhändlerin, lebt aber jetzt ein eher einsiedlerisches Leben im alten Haus ihrer Eltern, mit Hühnern, Schafen und Gemüsegarten zur Selbstversorgung. Sara ist Mitte 40, eigenbrötlerisch und kann eher wenig mit Menschen anfangen. Eines Tages findet sich ein am Kopf verletzter junger Mann auf ihrer Fähre ein und bittet um Mitnahme. Er heißt Leon und hat weder Geld noch Handy. Sara hilft ihm, er soll aber schnell wieder gehen. Er will nicht gehen und so einigen sie sich darauf, dass er hilft, das ziemlich heruntergekommene Haus, die Scheune und den Hühnerstall zu reparieren und dafür darf er in ein Zimmer ziehen, auf dem an der Tür "Jan" steht. Wer Jan war, was mit ihm geschehen ist und welche Geheimnisse Leon zunächst für sich behält, wird hier erzählt werden. Außerdem ist Umweltschutz en großes Thema. Leon ist leidenschaftlicher Umweltaktivist, Sara will eine Brücke verhindern, die über ihr Grundstück gebaut werden soll und ihren Lebensunterhalt, den Fährbetrieb, überflüssig machen würde. Die beiden sind nicht unbedingt immer einer Meinung und die Geheimnisse, die sie voreinander haben, machen es nicht besser.....allerdings entwickelt sich eine gewisse Anziehungskraft. Das "mitzulesen" ist richtig schön.
Die vorsichtige Annäherung der Beiden, das Herantasten an neue Wege im Leben bzw. sich endlich neu im Leben einzurichten und die Themen Umwelt und Zukunft spielen wichtige Rollen im Roman, allerdings wird es nie belehrend oder fanatisch. Die Charaktere sind sehr fein gezeichnet, auch die eher negativen Menschen haben ihre guten bzw. verletzlichen Seiten. Sehr gut, weil subtil, werden auch das Thema Gewalt in der Erziehung und die Ursachen in der Vergangenheit der Täter beleuchtet (und ohne dies damit zu entschuldigen).
Wer ein sprachlich herausragendes und trotzdem sehr gut lesbares Buch sucht, ist hier genau richtig. Ich habe mir mit der Lektüre Zeit gelassen, um zu genießen. Den größten Teil habe ich während einer Hitzewelle gelesen und das passte perfekt: Denn auch im Roman herrscht Hitze, die Felder verdorren, die Fähre kann nicht mehr fahren wegen Niedrigwasser und die unterschiedlichen Meinungen zum Brückenbau prallen aufeinander. Bis sich alles in einem großen Unwetter entlädt. Passt doch in diese Zeit!
Das Buch spielt auf einer Insel im Fluss. An einer malerischen Bucht verkehrt eine Fähre, die den Umweg über die nächste Brücke auf die andere Flussseite verkürzt. Diese Fähre ist schon lange im Familienbesitz und wird von Sara betrieben. Sie war früher Buchhändlerin, lebt aber jetzt ein eher einsiedlerisches Leben im alten Haus ihrer Eltern, mit Hühnern, Schafen und Gemüsegarten zur Selbstversorgung. Sara ist Mitte 40, eigenbrötlerisch und kann eher wenig mit Menschen anfangen. Eines Tages findet sich ein am Kopf verletzter junger Mann auf ihrer Fähre ein und bittet um Mitnahme. Er heißt Leon und hat weder Geld noch Handy. Sara hilft ihm, er soll aber schnell wieder gehen. Er will nicht gehen und so einigen sie sich darauf, dass er hilft, das ziemlich heruntergekommene Haus, die Scheune und den Hühnerstall zu reparieren und dafür darf er in ein Zimmer ziehen, auf dem an der Tür "Jan" steht. Wer Jan war, was mit ihm geschehen ist und welche Geheimnisse Leon zunächst für sich behält, wird hier erzählt werden. Außerdem ist Umweltschutz en großes Thema. Leon ist leidenschaftlicher Umweltaktivist, Sara will eine Brücke verhindern, die über ihr Grundstück gebaut werden soll und ihren Lebensunterhalt, den Fährbetrieb, überflüssig machen würde. Die beiden sind nicht unbedingt immer einer Meinung und die Geheimnisse, die sie voreinander haben, machen es nicht besser.....allerdings entwickelt sich eine gewisse Anziehungskraft. Das "mitzulesen" ist richtig schön.
Die vorsichtige Annäherung der Beiden, das Herantasten an neue Wege im Leben bzw. sich endlich neu im Leben einzurichten und die Themen Umwelt und Zukunft spielen wichtige Rollen im Roman, allerdings wird es nie belehrend oder fanatisch. Die Charaktere sind sehr fein gezeichnet, auch die eher negativen Menschen haben ihre guten bzw. verletzlichen Seiten. Sehr gut, weil subtil, werden auch das Thema Gewalt in der Erziehung und die Ursachen in der Vergangenheit der Täter beleuchtet (und ohne dies damit zu entschuldigen).
Wer ein sprachlich herausragendes und trotzdem sehr gut lesbares Buch sucht, ist hier genau richtig. Ich habe mir mit der Lektüre Zeit gelassen, um zu genießen. Den größten Teil habe ich während einer Hitzewelle gelesen und das passte perfekt: Denn auch im Roman herrscht Hitze, die Felder verdorren, die Fähre kann nicht mehr fahren wegen Niedrigwasser und die unterschiedlichen Meinungen zum Brückenbau prallen aufeinander. Bis sich alles in einem großen Unwetter entlädt. Passt doch in diese Zeit!