Sommermelancholisch und wunderschön!

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krokussine.liest Avatar

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Sara und Leon. Zwei Menschen, zwei Leben die sich auf dem grünen Mond, Saras abgelegenen Hof im Grünen direkt am Fluss zufällig begegnen. Erst auf den zweiten Blick wird klar, diese beiden Menschen verbindet mehr als diese zufällige Begegnung auf Saras Fähre. Beide schwimmen gegen den Strom, nicht nur im Fluss, sondern auch im Leben. Sara wehrt sich gegen eine geplante Brücke die direkt neben ihrem Hof gebaut werden soll und ihre Fähre damit überflüssig und sie arbeitslos macht und die zudem in einer schützenswerten Natur gebaut werden soll, Leon ist Klimaaktivist – und beide irgendwie auf der Suche. Aber nach was genau? Nach Abwechslung, nach Beständigkeit? Oder nacheinander, denn beide – Sara und Leon – fühlen sich in der Gegenwart des anderen wohl, geerdet und irgendwie angekommen.

Diese ruhige, tiefe und doch aufwühlende Geschichte hat mich ab der ersten Seite abgeholt und bis jetzt nicht losgelassen. Die Naturliebe aber auch Sara als Frau, die aus früheren Erlebnissen, aus Trauer und Trauma eine gigantische Schutzmauer um sich errichtet hat und Leon, der sich gegen seine Familie und für den Schutz der Umwelt entschieden hat machen dieses Buch zusammen mit den wundervollen Naturbeschreibungen und den Tieren auf Saras Hof für mich zu einem Highlight. Ich habe es gefühlt, die Ohnmacht bezüglich des gleichgültigen Umgangs mit unserer Natur, der Rückzug, weil das Leben einem schon ordentlich zugesetzt hat und dann doch wieder diese kleinen Momente des Glücks mitten im Alltag. Mit wenig zufrieden sein, Bescheidenheit, das Glück in den kleinen Dingen finden und nicht die großen suchen. Direkt aus dem Leben geschrieben. Echt, empathisch, tiefgründig, aufwühlend und mitreißend wie ein Fluss nach einem Gewitter. Sommermelancholisch und wunderschön! Große Leseempfehlung.