Sommerroman mit Tiefgang

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„Tage am Fluss“ war für mich ein netter Sommerroman, der Naturverbundenheit, zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Themen miteinander verbindet. Trotz dieser vielen Themen lässt er sich leicht lesen und schon nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte angekommen. Sara lebt ein Leben, das gleichzeitig idyllisch und einsam wirkt. Mit ihrer kleinen Fähre, den Schafen, Hühnern und ihrer Hündin scheint sie ihren Platz gefunden zu haben, doch nach und nach wird deutlich, dass hinter ihrer Zurückgezogenheit eine schmerzhafte Vergangenheit steckt. Sie nimmt Leon bei sich auf. Seine Geschichte als Klimaaktivist wirkte glaubwürdig und ich konnte ihn mir sehr gut als Teil einer Klimagruppe an der Uni Hamburg vorstellen. Ich mochte, wie beschrieben wird, wie beide sich annähern und unerwartet Verständnis beim anderen finden.

Die beiden geraten außerdem mit der Dorfgemeinschaft des nächsten Ortes in einen Konflikt um eine geplante Brücke, sodass schnell deutlich wird, dass der Roman mehr sein möchte als die Geschichte von Leon und Sara. Er erzählt auch von der Frage, welchen Wert Natur hat, wie unterschiedlich Generationen auf die Klimakrise blicken und warum viele junge Menschen so große Zukunftsängste haben. Das gelingt, ohne allzu belehrend zu wirken, wobei es den Roman teilweise schon thematisch überfrachtet.

Sprachlich war mir der Roman stellenweise etwas zu blumig. Manche Beschreibungen hätten für meinen Geschmack etwas knapper sein dürfen und an einigen Stellen wurde eher erklärt als gezeigt. Gleichzeitig hat mich das aber auch nicht wirklich gestört. Insgesamt habe ich das Buch dennoch sehr gerne gelesen. Es ist ein ruhiger, stimmungsvoller Roman, durch den ich nur so hindurchgeflogen bin. Wer Geschichten über Natur, zweite Chancen und gesellschaftliche Fragen mag, findet hier eine schöne Sommerlektüre mit Tiefgang. Sie könnte außerdem dazu geeignet sein, Menschen für die Klimaangst junger Menschen zu sensibilisieren.