Wundervoll, berührend

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kreta2026 Avatar

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Mitten in der Natur, dort wo der Fluss einen Halbmond bildet, lebt Sara, mit ihrem Hund Luna, drei Schafen und ihrem Hühnerorakel. Sie hat das Amt der Fährfrau, schon ihr Vater hat die Passagiere auf die andere Seite des Flusses gebracht. Doch auf einmal soll sich etwas ändern. Eine Brücke soll gebaut werden, die die Fähre überflüssig macht und nebenbei viel Natur zerstört. Sie weigert sich jedoch Teil ihres Grundes zum Bau der Brücke herzugeben. Was bedeuten würde, dass sie sich selbst arbeitslos macht. Als die Pro Brücke Befürworter ihr immer mehr zusetzen, kommt Leon in ihr Leben, ein junger Umweltaktivist, der nach einer Waldbesetzung, vor der Polizei flüchtet, er ist verletzt und kommt bei ihr unter. Die beiden gewöhnen sich aneinander, sie sind beide nicht einfach, haben ihre Eigenheiten und Geheimnisse. Es spitzt sich immer mehr zu und nach einem Unwetter geraten sie auch noch in Gefahr.
Das Buch besteht aus 41 brisanten und aufregenden Kapiteln in idealer Leselänge, jedes Kapitel endet so spannend, dass ich das nächste sofort beginnen wollte. Einen Punkt zu finden um das Buch einmal zur Seite zu legen war schwer und so habe ich es in kürzester Zeit durchgelesen. Man ist immer mitten im Geschehen. Vor allem am Schluss als sich die Situation so sehr zuspitzt, das war unheimlich aufregend. Die Naturbeschreibungen sind wunderschön, das Setting ist so bildhaft beschrieben, absolutes Kopfkino. Der Text wird durch viele spannende Dialoge und tiefgründige Gedanken aufgelockert. Gedichte und Zitate von Brecht, Kästner und anderen, beleben den Text zusätzlich.

Ganz besonders wertvoll sind die Innenansichten und Gedanken der Charaktere, das macht die Figuren echt und authentisch. Das Schicksal von Sara und ihre Familiengeschichte hat mich zutiefst berührt ihr Verhalten kann ich nachvollziehen. Doch auch Leon hat es nicht leicht, sein Umweltbewusstsein verstehe ich total. Beide sind nicht ehrlich zueinander, nach und nach kommt die Wahrheit ans Licht und das entzweit die beiden immer wieder. Doch letztendlich verbindet beide, die Liebe zur Natur. Zusammen sind sie ein tolles Team, Leon kann anpacken und es geschieht viel auf Saras Anwesen, wozu ihr alleine die Kraft fehlt.
Mir hat auch das offene Ende gut gefallen, alles kann gut werden, wenn endlich alle Verantwortung übernehmen, wenn nicht Gleichgültigkeit und Maßlosigkeit weiter die Oberhand behält. Ein Buch das jeder Lesen sollte, ein Denkanstoß für ein wichtiges Thema. Deshalb von mir eine unbedingte Leseempfehlung.