Bewegend...

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mike nelson Avatar

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Bewegend... Megan Hunter wählt für ihren neuen Roman "Tage des Lichts" einen recht interessanten Aufbau: Sie beschreibt das Leben ihrer Protagonistin anhand des Verlaufes von sechs ganzen Tagen, niedergelegt in sechs (unterschiedlich langen) Kapiteln; die Zwischenräume der sechs Tage sind unterschiedlich lang. So erzählt die Autorin zwar chronologisch, lässt aber große Lücken. Der Effekt: Man fragt sich zu Beginn eines jeden neuen Kapitels, was sich inzwischen wohl ereignet haben wird. Damit schafft es die Autorin, einen Spannungsbogen aufrechtzuerhalten, der in der Geschichte selbst weniger angelegt ist. Die Geschichte beginnt 1938 mit der 19-jährigen Ivy auf dem Gartenfest ihrer bohemen Eltern, auf der die versammelte Gesellschaft die zukünftige Frau ihres Bruders, Frances, kennenlernen soll; beim Baden im Fluss ertrinkt Ivys Bruder und sein Leichnam wird nie gefunden. Der Zweite Weltkrieg verändert das Leben und reißt die Familie auseinander. Ivy weiß nicht so recht, wohin ihr Leben sich entwickeln soll und heiratet schließlich, um sich zumindest die Rolle der Ehefrau und Mutter zu geben; Ivy hatte seinerzeit eine große Nähe zu Frances empfunden und war ihr auch körperlich sehr zugeneigt; als sie sie nach dem Krieg dann wiedertrifft, ist auch Frances verheiratete Mutter; Ivys Mann stirbt, Frances erwidert zunächst nicht ihre Annäherungsversuche; Ivy wählt den Weg ins Kloster, bis sie dann am Ende ihres Lebens... Eine beeindruckende Lebensgeschichte; ein Plädoyer dafür, wie wichtig es ist, im eigenen Leben geduldig zu sein und darauf zu vertrauen, dass eines Tages der Schmetterling schlüpfen wird... wenn auch erst nach 80 Jahren...