Ein entschleunigendes Leseerlebnis

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atmotosia Avatar

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Ein tragisches Familienereignis verändert das Leben der 19-jährigen Ivy für immer - und am selben Tag trifft sie auf ihre große Liebe. "Tage des Lichts" erzählt das Leben einer jungen Frau, die im England des frühen 20. Jahrhunderts zur Welt kam und bis ins hohe Alter zwei prägende Erlebnisse verarbeitet.

So dramatisch das Buch beginnt, so ruhig fließt es weiter. Es gibt keine verdichteten Höhepunkte im Plot - umso mehr konnte ich mich beim Lesen auf die Sprache konzentrieren, die kleine Momente und Begegnungen wunderbar poetisch, manchmal über das Ziel geschossen, auffängt.

Im Zentrum steht Ivys innere Welt, ihre Selbstwahrnehmung und ihre Entwicklung. Vieles, gerade in Bezug auf Mutterschaft, konnte ich gut nachvollziehen und fand ich scharf beobachtet.

Gegen Ende ließ für mich der Stil etwas nach und ich hätte mir etwas mehr Tempo gewünscht. Ein gutes, ein leises Buch, um jeden Satz darin zu genießen und einer Liebe beim Blühen über viele Jahre zuzusehen.