Ein Leben auf der Suche
In Megan Hunters Roman Tage des Lichts wird das Leben der Protagonistin Ivy in einzelnen, entscheidenden Momenten erzählt. Die Autorin wählt dazu bestimmte Tage aus verschiedenen Lebensphasen, die gemeinsam ein eindrucksvolles Bild dieser Frau ergeben.
Ivy wächst in den 1930er Jahren auf einem Landgut in England auf. Ihre Eltern sind Künstler, das Haus ein Treffpunkt für Intellektuelle und Freigeister. Alles scheint leicht und voller Möglichkeiten. Doch Ivy ist unsicher, sie weiß nicht, wohin sie im Leben will. Ihr Bruder Joseph ist ihr engster Vertrauter – bis er bei einem Badeunfall stirbt. Dieser Verlust erschüttert nicht nur die Familie, sondern verändert Ivys Leben grundlegend.
Nach dem Tod versucht sie, ihren Platz zu finden. Sie heiratet den älteren Familienfreund Baer, weil er ihr Sicherheit bietet. Doch diese Ehe bringt ihr wenig Freude. Mit den Jahren verliert sie ihre Unbeschwertheit, ihr Leben wird eng, festgelegt durch Konventionen und Routine. In dieser Phase – es ist Krieg, 1944 – taucht Frances wieder auf, Josephs frühere Freundin. Die Begegnung löst etwas in Ivy aus. Zwischen den beiden entsteht eine leise, verbotene Liebe, die Ivy spüren lässt, was ihr bisher gefehlt hat: Nähe, Vertrautheit und Ehrlichkeit. Hunter erzählt diese Momente ruhig und eindringlich. Sie konzentriert sich weniger auf große Ereignisse, sondern auf das Innere der Figuren – ihre Unsicherheiten, Zweifel und Sehnsüchte. Gerade das macht das Buch so besonders. Ivy wirkt nicht wie eine Heldin, sondern wie eine Frau, die versucht, ihren Weg zu finden und dabei immer wieder scheitert. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, ihren Wunsch nach Sinn, und auch den Schmerz darüber, dass vieles im Leben anders kam, als sie gehofft hatte.
Der Roman ist thematisch dicht, aber sprachlich klar. Megan Hunter schreibt in einem ruhigen, fast poetischen Ton, der die Stimmungen genau trifft. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie Licht, Zeit und Erinnerung miteinander verwebt. Die Osterzeit, die sich wie ein Motiv durch die Kapitel zieht, gibt der Geschichte eine besondere Tiefe. Dabei geht es nicht um Religion im klassischen Sinn, sondern um Erneuerung – darum, wie Menschen nach Verlust wieder zu sich finden. Natürlich funktioniert nicht alles perfekt. Manchmal verliert die Geschichte etwas an Spannung, weil viele Szenen mehr nach Innen als nach Außen gerichtet sind. Auch die langen Zeitsprünge fordern beim Lesen Aufmerksamkeit. Trotzdem bleibt der rote Faden erhalten: Ivys Suche nach einem erfüllten Leben.
Tage des Lichts ist kein lauter Roman, sondern einer, der langsam wirkt. Er erzählt von Schuld und Vergebung, von Liebe in vielen Formen und vom Mut, man selbst zu sein. Ivy bleibt auch im Alter nachdenklich, manchmal traurig, aber nie verbittert. Am Ende spürt man, dass sie ihren Frieden gefunden hat – ein stilles, aber starkes Ende.
Für mich ist das ein feinfühliges, ehrliches Buch. Es zeigt, wie schwer es sein kann, seine eigenen Wünsche zu leben, und wie viel Kraft es braucht, sich selbst treu zu bleiben. Wer ruhige, gedankentiefe Romane schätzt, wird hier viel entdecken.
Ivy wächst in den 1930er Jahren auf einem Landgut in England auf. Ihre Eltern sind Künstler, das Haus ein Treffpunkt für Intellektuelle und Freigeister. Alles scheint leicht und voller Möglichkeiten. Doch Ivy ist unsicher, sie weiß nicht, wohin sie im Leben will. Ihr Bruder Joseph ist ihr engster Vertrauter – bis er bei einem Badeunfall stirbt. Dieser Verlust erschüttert nicht nur die Familie, sondern verändert Ivys Leben grundlegend.
Nach dem Tod versucht sie, ihren Platz zu finden. Sie heiratet den älteren Familienfreund Baer, weil er ihr Sicherheit bietet. Doch diese Ehe bringt ihr wenig Freude. Mit den Jahren verliert sie ihre Unbeschwertheit, ihr Leben wird eng, festgelegt durch Konventionen und Routine. In dieser Phase – es ist Krieg, 1944 – taucht Frances wieder auf, Josephs frühere Freundin. Die Begegnung löst etwas in Ivy aus. Zwischen den beiden entsteht eine leise, verbotene Liebe, die Ivy spüren lässt, was ihr bisher gefehlt hat: Nähe, Vertrautheit und Ehrlichkeit. Hunter erzählt diese Momente ruhig und eindringlich. Sie konzentriert sich weniger auf große Ereignisse, sondern auf das Innere der Figuren – ihre Unsicherheiten, Zweifel und Sehnsüchte. Gerade das macht das Buch so besonders. Ivy wirkt nicht wie eine Heldin, sondern wie eine Frau, die versucht, ihren Weg zu finden und dabei immer wieder scheitert. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, ihren Wunsch nach Sinn, und auch den Schmerz darüber, dass vieles im Leben anders kam, als sie gehofft hatte.
Der Roman ist thematisch dicht, aber sprachlich klar. Megan Hunter schreibt in einem ruhigen, fast poetischen Ton, der die Stimmungen genau trifft. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie Licht, Zeit und Erinnerung miteinander verwebt. Die Osterzeit, die sich wie ein Motiv durch die Kapitel zieht, gibt der Geschichte eine besondere Tiefe. Dabei geht es nicht um Religion im klassischen Sinn, sondern um Erneuerung – darum, wie Menschen nach Verlust wieder zu sich finden. Natürlich funktioniert nicht alles perfekt. Manchmal verliert die Geschichte etwas an Spannung, weil viele Szenen mehr nach Innen als nach Außen gerichtet sind. Auch die langen Zeitsprünge fordern beim Lesen Aufmerksamkeit. Trotzdem bleibt der rote Faden erhalten: Ivys Suche nach einem erfüllten Leben.
Tage des Lichts ist kein lauter Roman, sondern einer, der langsam wirkt. Er erzählt von Schuld und Vergebung, von Liebe in vielen Formen und vom Mut, man selbst zu sein. Ivy bleibt auch im Alter nachdenklich, manchmal traurig, aber nie verbittert. Am Ende spürt man, dass sie ihren Frieden gefunden hat – ein stilles, aber starkes Ende.
Für mich ist das ein feinfühliges, ehrliches Buch. Es zeigt, wie schwer es sein kann, seine eigenen Wünsche zu leben, und wie viel Kraft es braucht, sich selbst treu zu bleiben. Wer ruhige, gedankentiefe Romane schätzt, wird hier viel entdecken.