Episodenhaft

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julemaus94 Avatar

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Ein Leben in sechs Episoden erzählt- das klingt doch eigentlich nach einem ganz spannenden Konzept. Zumal man mit Ivy in ihre Bohemiene-Familie eintauchen darf, in der schon immer die Kreativität und freie Liebe regiert.

1938 begegnen wir Ivy zum ersten Mal. Es ist Ostern, die Familie kommt zusammen und ihr Bruder Josef will allen seine neue Freundin Frances vorstellen. Währenddessen hadert Ivy mit dem Leben und ihrer Plan- und Ziellosigkeit. So ganz scheint sie nicht in die künstlerische Vielfalt und den Überschwang ihrer Familie zu passen. Doch dann stirbt Josef überraschend und Ivy kämpft ihr Leben lang mit den Konsequenzen.

Eigentlich klingt das alles nach Drama und großen Gefühlen. Die liefert uns Megan Hunter auch mit Sicherheit. Und doch fühlte sich dieses Buch an, als würde ich das alles durch einen starken Filter betrachten.

Megan Hunters Roman dominiert ein blumiger, mit Metaphern beinahe überladener Schreibstil, der mir im Laufe des Buches immer bekannter erschien. Bis mir wieder einfiel, woran er mich erinnerte: "Die Harpye"- was wenig verwundert, stammt doch beides aus derselben Feder.

Ich bin mit beiden Büchern nicht ganz warm geworden, vermutlich weil ich permanent das Gefühl hatte, einen Großteil der versteckten Bedeutungen nicht verstanden zu haben. Auch bleiben die Figuren unnahbar und so fällt es schwer, mit ihnen mitzufiebern und zu leiden.

Insgesamt hat dass Buch Potential und wenn man den Stil mag, kann es ein tolles Leseerlebnis bieten.