Frauen- und Familienleben

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emmmbeee Avatar

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„Tage des Lichts“ heißt der Titeln des vorliegenden Romans, doch fast jeder der sechs geschilderten Tage endet mit viel Schatten, mit Unglück und Verlust. Der Leser begleitet eine englische Familie, genauer gesagt ihre Stellvertreterin Ivy, durch die Jahrzehnte und Zeiten, durch Liebe, Verbindungen, Tod und Verlust, durch Trennungen und Wiedersehen. Und wie ein roter Faden zieht sich durch die Story das ungeklärte Verschwinden eines jungen Menschen, das inmitten einer mysteriösen Lichterscheinung stattfindet.
Die Autorin zeichnet ihre Figuren liebenswert und berührend, wenn auch gedämpft lebendig und in den Farben eher pastellig, aber nicht allzu profiliert. Vielleicht habe ich deshalb im ersten Teil die einzelnen Personen nur undeutlich ihrem Platz zuordnen können. Megan Hunter schafft Situationen, die uns durchaus mit sich zu nehmen wissen und gibt den Bildern Stimmung. Innerhalb der einzelnen Tage, welche die Kapitel bilden, wird die Spannung allmählich und langsam aufgebaut, was das Tempo stark einbremst und mir persönlich zu wenig Drive schuf. Da ist zu viel dämmrige Träumerei, für meinen Geschmack zu wenig Entschlossenheit bei den Protagonisten.
Ich brauchte überhaupt lange, um in den Lesestoff hineinzufinden und mich dafür zu erwärmen. Vielleicht lag es an den langen Absätzen und dass die wörtliche Rede kursiv gedruckt war, dass ich den Text so mühsam zu lesen fand. Dieses dichte Schriftbild und der relativ kleine Druck erschwerten mir als Seniorin den Lesegenuß.
Ich muss auch sagen, dass das Cover (ja, es soll wohl ein Spiel von Licht und Schatten sein) durch die vielen Linien quasi ins Nichts hinein nicht besonders ansprechend wirkt. Auf einem Büchertisch hätte ich vermutlich nicht nach dem Roman gegriffen. Er wird bestimmt viele Leser finden, doch mich hat er leider nicht zu fesseln vermocht.