Licht und Schatten

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aurelia23 Avatar

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Die Voraussetzungen haben zuerst alle gepasst - ein hübsches Cover, ein ansprechender Klappentext und die Aussicht auf ein ansprechendes wenn auch altbewährtes Setting in einem englischen Herrenhaus voller schwieriger Künstlercharaktere. Bei allem schwang für mich die Erinnerung an Ian McEwans "Abbitte" mit.

Ungefähr das erste Drittel hat mich dann leider erstmal sehr enttäuscht. Mir gelang es nicht mir von irgendeiner Person ein eigenes Bild zu machen und gerade zur Protagonistin Ivy hatte ich keinerlei "Draht". Wie das so ist wenn man als Leser nicht wirklich mitfühlt; die Handlung lässt einen kalt und man langweilt und quält sich zunehmends durch die Seiten.

Als wir nach einem Zeitsprung dann die erwachsene Ivy treffen, hat sich für mich alles gewendet und plötzlich konnte ich mit ihr und der Handlung viel viel mehr anfangen und fing an das Buch zu mögen. Wo mich die vielen Metaphern, das von Symbolik durchtränkte erst nervte, hat es mir nun gefallen.

Der Roman spielt in sechs unterschiedlichen Jahren immer an einem Tag um Ostern herum, in einer anderen Rezension lass ich, dass darin wohl sehr viel christliche Symbolik und Deutungsansätze liegen.
Durch den langsamen Start für mich kein Highlight aber zum Ende hin doch ein gelungenes Frauenportrait in das sich vermutlich noch viel mehr hineininterpretieren ließe als ich es als unchristlicher Mensch vermag.