Lichtblicke
"Tage des Lichts" von Megan Hunter ist ein stiller aber atmosphärischer Roman, der das Leben der Protagonistin Ivy in sechs entscheidenden Tagen erzählt. Diese ungewöhnliche Struktur verleiht dem Buch eine besondere Intensität. Statt eines durchgehenden Lebenslaufs zeigt Hunter nur einzelne Momente, die wie Lichtpunkte ein ganzes Leben beleuchten.
Ivy wächst Ende der 1930er‑Jahre in England auf, in einem Umfeld, das von Kunst und emotionaler Unbeständigkeit geprägt ist. Ivy fühlt sich früh anders, unsicher, suchend. Der Tod ihres Bruders Joseph verändert ihre Vorstellungen von Zukunft und Möglichkeiten. Später erlebt man sie als Ehefrau und Mutter, gefangen in einem Alltag, der sie nicht nur einengt sondern auch nie ihrer Vorstellung vom Leben entsprach. Die Begegnung mit Frances, der Freundin ihres verstorbenen Bruders, lässt in ihr Gefühle aufbrechen, die sie lange verdrängt hat und die sie aus ihrer Passivität reißen.
Hunter schreibt in einer poetischen, zurückhaltenden Sprache, die einiges eher andeutet als klar benennt. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz, die gleichzeitig Raum für eigene Gedanken lässt. Mir persönlich erschien Ivy als zu wenig greifbar, ihre Figur blieb trotz der intensiven Gefühle zwischen Frances und ihr eher blass. Der Roman lebt weniger von äußeren Ereignissen als von Stimmungen, inneren Entwicklungen und der Frage, wie stark ein Mensch sein Leben tatsächlich selbst gestaltet.
"Tage des Lichts" ist ein leiser, aber kraftvoller Roman über Identität, Verlust und die Wege, die man einschlägt oder verpasst. Er berührt vor allem dann, wenn man sich auf seine ruhige Erzählweise einlässt. Wer poetische, introspektive Literatur schätzt, findet hier ein tolles Leseerlebnis.
Ivy wächst Ende der 1930er‑Jahre in England auf, in einem Umfeld, das von Kunst und emotionaler Unbeständigkeit geprägt ist. Ivy fühlt sich früh anders, unsicher, suchend. Der Tod ihres Bruders Joseph verändert ihre Vorstellungen von Zukunft und Möglichkeiten. Später erlebt man sie als Ehefrau und Mutter, gefangen in einem Alltag, der sie nicht nur einengt sondern auch nie ihrer Vorstellung vom Leben entsprach. Die Begegnung mit Frances, der Freundin ihres verstorbenen Bruders, lässt in ihr Gefühle aufbrechen, die sie lange verdrängt hat und die sie aus ihrer Passivität reißen.
Hunter schreibt in einer poetischen, zurückhaltenden Sprache, die einiges eher andeutet als klar benennt. Dadurch entsteht eine gewisse Distanz, die gleichzeitig Raum für eigene Gedanken lässt. Mir persönlich erschien Ivy als zu wenig greifbar, ihre Figur blieb trotz der intensiven Gefühle zwischen Frances und ihr eher blass. Der Roman lebt weniger von äußeren Ereignissen als von Stimmungen, inneren Entwicklungen und der Frage, wie stark ein Mensch sein Leben tatsächlich selbst gestaltet.
"Tage des Lichts" ist ein leiser, aber kraftvoller Roman über Identität, Verlust und die Wege, die man einschlägt oder verpasst. Er berührt vor allem dann, wenn man sich auf seine ruhige Erzählweise einlässt. Wer poetische, introspektive Literatur schätzt, findet hier ein tolles Leseerlebnis.