Stationen eines Lebens - fesselnd und poetisch

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Der Roman „Tage des Lichts“ von Megan Hunter handelt vom Leben der Ivy, beginnend in ihrer Jugend bis an ihr Lebensende.

Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt. Die Autorin berichtet poetisch, ja fast lyrisch, und in schönen Bildern.

Die Handlung spielt in England und beginnt 1938, als Ivy ein junges Mädchen ist, das mit ihren knapp zwanzig Jahren ihr Leben noch vor sich hat. Die Mutter, Künstlerin, mit einem Liebhaber zusammenlebend, der Vater nicht mehr im Haus der Familie lebend, mit wechselhaften Bekanntschaften. Ihr großer Bruder Joseph, will seiner Familie zu Ostern seine Freundin Frances vorstellen.

Ivy weiß noch nicht, was sie einmal werden will. Schriftstellerin, Tänzerin, Malerin - für nichts hat sie besonderes Talent. Zu nichts hat sie Lust.

Dann gibt es an jenem Ostersonntag 1938 ein einschneidendes Erlebnis, das ihr Leben in eine „normale“ Bahn lenkt. Ivy heiratet und bekommt zwei Kinder.
Der Verlauf ihres Lebens, der dann doch wieder vom „Normalen“ abweicht, wird im Folgenden in Mehr-Jahres-Schritten erzählt und reicht bis ins Jahr 1999.

Am Roman haben mir die Betrachtungen von Ivy, die sie über das Leben anstellt, gefallen. Die Längen, die es immer mal wieder gab, passen in den Erzählstil und machen mit ihrer Ruhe und Bedachtsamkeit den Reiz dieser Geschichte aus.
Ich habe es als ein Bekenntnis zu Liebe, Glauben und Vertrauen empfunden. Ivy hört mit Optimismus und Gleichmut auf ihre innere Stimme. Was mir gefehlt hat, war der Humor. Aber vielleicht hat er einfach nicht ins Bild gepasst.