verpasste Chancen

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coffee2go Avatar

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Der Roman ist detailliert beschreibend, teilweise in poetischer Sprache, aus der Sicht von Ivy über eine lange Zeitspanne ihres Lebens geschildert. Er ist meistens still, hat aber einige Schlüsselmomente, die lauter werden und die exemplarisch hervorgehoben werden, beginnend mit der jungen etwa 19jährigen Ilvy bis zur alten Frau. Zwischendurch werden gesamte Lebensabschnitte übersprungen, dies finde ich ungewohnt. Das zentrale Thema und die Bedeutung des Lichtes kommt immer wieder vor und wird von mehreren Blickpunkten aus betrachtet, vor allem in religiöser Hinsicht, aber auch künstlerisch, esoterisch und aus persönlichen Erlebnissen heraus, teilwiese negativ behaftet, teilweise positiv. Generell spielen Spiritualität und Religiosität eine besondere Rolle, aber auch kreative, künstlerische Aspekte. Traurig finde ich, wie sich Ivys Leben im Laufe der Zeit verändert hat. Zu Beginn ist Ivy eine junge, lebensfrohe, naive Persönlichkeit, die noch viele Träume und Vorstellungen vom Leben hat, doch schon bald ist sie verheiratet, überfordert, gestresst und hat ihr Selbstbewusstsein verloren. Sie wirkt depressiv und passiv und hat aufgehört, nach etwas zu streben, sieht sich selbst sogar als talentlos an. Immer wieder treten kurze Freudenmomente und Verliebtheit in ihr Leben, aber dies darf und kann sie nicht ausleben, sondern verkümmert immer mehr. Nach vielen verpassten Chancen, aufgegebenen Hoffnungen und Träumen, sucht Ivy nach einem neuen Licht in ihrem Leben und findet dies auch wieder für einen kurzen Moment in der Religion. Insgesamt war der Roman für mich monoton, blass und deprimierend zu lesen. Ich hätte mir auch mehr Höhepunkte in Ivys Leben gewünscht und intensivere Gefühle von Ivy und ihrem Umfeld. Leider hat sie auch erst sehr spät mit einer Reflexion ihrer Situation begonnen, aber was wäre, wenn… stand immer im Raum.