Manchmal zu viele Erklärungen

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athene1989 Avatar

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Bei „Tale of Sun and Night“ von Magdalena Gammel bin ich ein wenig zwiegespalten. Die Story fand ich wirklich gut und war auch immer gespannt, aber das Drumherum fand ich nicht ganz so gut gelungen.
Lio lebt als Sklavin ohne Erinnerungen sehr gefährlich. Denn sie wird als Assasine ausgebildet, um verkauft zu werden und den neuen Meister auszurauben. Als sie an den Traumweber Izan verkauft wird, ändert sich ihr gesamtes Leben. Mit ihm und seinen Freunden reist sie durch Aurikalos und gerät zwischen die Fronten eines Konfliktes und gleichzeitig versucht sie, herauszufinden wer sie wirklich ist. Dabei kommt sie Izan gefährlich nahe.
Wie ich schon geschrieben habe, mochte ich die Story echt gerne. Ich fand die Welt interessant, die Magie mit den Mandalas neuartig, es gab keinen wirklichen Spice, was ich als positiv bewerte, und die Charaktere waren auch sehr gut ausgearbeitet, sei es Lio, die sich nur an die letzten fünf Jahre ihres Lebens erinnern kann und frei sein will, oder auch Izan und seine Freunde, über die nach und nach immer mehr ans Licht kommt, ohne zu viel zu verraten, sodass ich mich als Leser immer wieder gefragt habe, wer Izan wirklich ist. Auch war ich sehr gespannt, wann Lio herausfindet, wer sie wirklich ist, woher sie kommt und warum ihre Erinnerung verloren gegangen sind. Dadurch kam ich im Buch sehr gut voran. Was mich etwas ausgebremst hat, ist dass es teilweise ziemliche Längern hatte, weil nichts passiert ist und es viele Informationen und Erklärungen gab, die ich etwas ermüdend fand. Sicherlich ist es wichtig, dass Informationen geliefert werden, aber es hat mich manchmal geradezu erschlagen. Außerdem sind immer wieder Fehler oder Unstimmigkeiten aufgetaucht, wie zum Beispiel hat Sef Lio an der Hand und zieht sie mit, während Izan vorausläuft. Und dann stand zwei Sätze weiter, dass Izan ihre Hand drückt, dabei war dieser ja gar nicht bei ihr. Oder dass Izan und die Truppe Adir kennen, aber erst später erkannt haben. Dabei hat Izan diesen schon recht früh getroffen und ihn sogar entkommen lassen. Da hätte er ihn doch schon erkennen müssen, aber nein. Und sowas stört mich in Büchern ungemein.
Die Beziehung zwischen Lio und Izan fand ich eigentlich recht süß und entwickelte sich auch angenehm, sodass es nicht zu überhastet rüberkam. Allerdings haben die beiden sich gefühlt gar nicht vertraut. Beide haben Geheimnisse voreinander, wie zum Beispiel, dass sich Lio an ihre Vergangenheit nicht erinnern kann, verschweigt Izan dies aber. Da kam für mich keine richtige Tiefe in der Beziehung der beiden rüber. Es gab sicherlich einige schöne Momente zwischen den beiden und sie haben zusammen auch viel erlebt, aber das hat mich doch etwas gestört. Durch all diese kleineren Sachen, gebe ich dem Buch drei Sterne. Ich bin einerseits neugierig, wohin die Geschichte noch geht, gerade auch nach dem Ende, aber mich hat einfach zu viel gestört, gerade diese langen Erklärungen.